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APA-Artikel 6. März 2015

Ärztekammer zu ELGA-Verzögerung: Praktikabilität ins Zentrum rücken

Die Verschiebung der Einführung des elektronischen Gesundheitsaktes (ELGA) bei den niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten kommt für die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) nicht unerwartet. Wie der Obmann der Bundeskurie Niedergelassene Ärzte und ÖÄK-Vizepräsident, Johannes Steinhart, Freitag in einer Aussendung betonte, habe man ja über Jahre vor erheblichen Unzulänglichkeiten und Mängeln beim geplanten Projekt gewarnt. Die nunmehr "amtlich" verordnete Verzögerung wertet der Ärztevertreter als Chance, die Schwächen des Systems zu beseitigen.

Die Ärztinnen und Ärzte seien darauf angewiesen, dass das ELGA-System in einer Behandlungssituation unverzüglich punktgenaue Informationen liefere. Das wäre laut Steinhart zum ursprünglich vorgesehenen Einführungszeitpunkt von ELGA noch nicht möglich gewesen, da sich die Ärzte durch nicht mehr zeitgemäße pdf- Dokumente hätten arbeiten müssen, um auf wichtige Anhaltspunkte zu stoßen. Steinhart: "Dieser Umstand hätte zu einer starken Beeinträchtigung des Ordinationsbetriebes geführt, zu eklatanten Verzögerungen bei den Behandlungen und unzumutbaren Wartezeiten für die Patientinnen und Patienten". Neben der auch vom ELGA-Management für die Verzögerung angegebenen Gründe des komplexen Systems und der labilen Datensicherheit sei gerade diese Form der Anwenderfreundlichkeit - der Usability - eine zentrale Voraussetzung für die Funktionalität des ELGA-Systems auch im Sinne der politischen Ziele.

Der ÖÄK-Vizepräsident erwartet nun eine "interaktive Revision" des ELGA-Projektes, die unter voller Einbindung ärztlicher Expertise auf den Nutzen für Ärzte auf Basis von Datensicherheit, Datenschutz, technischer Machbarkeit und Praktikabilität abstellt. (MS)

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/162/aom

apa.at

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