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APA-Artikel 6. März 2015

Frauentag: Bessere Arbeitsbedingungen für Spitalsärztinnen

Flexible Arbeitsmodelle, neue Karrieremöglichkeiten, Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen in den Spitälern und generell eine verbesserte Work-Life-Balance: Angesichts der zunehmenden Feminisierung der Medizin müssten die heimischen Spitäler ihre Strukturen gründlich überarbeiten, sagte der Obmann der Bundeskurie Angestellte Ärzte und Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Harald Mayer, anlässlich des internationalen Frauentages.

Die Verhandlungen und Umstrukturierungen, die sich aus der Novellierung des Krankenanstalten-Arbeitszeitengesetzes (KA-AZG) ergeben hätten, seien eine hervorragende Gelegenheit, auf die Feminisierung der Medizin Rücksicht zu nehmen und die Arbeitsbedingungen entsprechend umzugestalten.

"Mittlerweile sind zwei Drittel der auszubildenden Ärzte weiblich, mehr als die Hälfte der Spitalsärzteschaft ist ebenfalls weiblich - Tendenz steigend", sagte Mayer am Freitag in einer Aussendung. In einigen Fächern hätten die Frauen bereits die Nase vorne, etwa in der Gynäkologie (56% Frauenanteil), in der Dermatologie (59%), in der Kinder- und Jugendheilkunde (58%) und in der Kinder- und Jugendpsychiatrie (89%). Auch in anderen Fächern würden Frauen allmählich deutlich aufholen.

Diese klare Feminisierung der Medizin erfordere Maßnahmen, um die vielfältigen Anforderungen an die Ärztinnen sowie ihre individuellen Wünsche unter einen Hut zu bringen. Die aufgrund des novellierten KA-AZG ohnehin notwendigen Strukturanpassungen müssten die Bedürfnisse der Frauen aufgreifen und einbeziehen.

Mayer: "Wir brauchen endlich Arbeitsmodelle, die es den Kolleginnen erlauben, Teilzeit zu arbeiten, wenn sie das möchten." Zusätzlich müssten neue Karrieremodelle erarbeitet werden. "Die Zahl der weiblichen Primarärzte kann man an einer Hand abzählen", so Mayer. Dies sei ein deutliches Zeichen dafür, dass die Ärztinnen derzeit noch immer vor die Wahl "Beruf oder Familie" gestellt würden, sagte der Kurienobmann. Es bedürfe daher neuer Karrieremodelle, um Frauen, die Karriere und Familie unter einen Hut bringen wollten, das auch zu ermöglichen. "Wir müssen uns hier rasch brauchbare Modelle überlegen; auch die Politik und die Dienstgeber sind gefordert, sich einzubringen", sagte Mayer abschließend.(slv)

apa.at

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