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APA-Artikel 3. März 2015

Radiologie - ohne Diagnose keine Therapie

Vom 4. bis 8. März tagen 20.000 RadiologInnen im Austria Center Vienna beim Europäischen Radiologenkongress. An die 100 österreichische Vortragende und Moderatoren geben beim ECR Einblick in die jüngsten medizinischen Erkenntnisse und betonen damit einmal mehr die hohe internationale Bedeutung der österreichischen Radiologen.

Die Radiologie - Vom Röntgenbild bis zum Multidetektor CT

Die Radiologie ist heute - 120 Jahre nach der Entdeckung dieser Technologie durch Wilhelm Conrad Röntgen - das zentrale Diagnosefach der Medizin. Die Bandbreite der bildgebenden Verfahren hat sich seitdem stark erweitert und umfasst neben den bekannten Röntgengeräten auch Anwendungen elektromagnetischer Strahlen, mechanischer Wellen, die Sonografie, Magnetresonanztomographie, Computertomographie und hybride Bildgebungsverfahren. Durch State-of-the-Art-Technologie wird die Genauigkeit der Bildgebung erhöht, die Strahlenbelastung für PatientInnen reduziert und eine personalisierte Diagnostik Realität. "Die Radiologie ist daher essentiell in der Medizin, denn nur wenn die richtige Diagnose gestellt wird, ist eine erfolgreiche Therapie überhaupt möglich", so der renommierte Wiener Prim. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Schima, Präsident der Österreichischen Röntgengesellschaft und Vorstand der Abteilung für Diagnostische und Interventionelle Radiologie in den Krankenhäusern Göttlicher Heiland, Barmherzige Schwestern und St. Josef Krankenhaus in Wien.

Radiologie als Behandlungsmethode von Gefäßen und Krebs

Die Radiologie hat über den Diagnosebereich auch einen wesentlichen Behandlungsaspekt. Durch die interventionelle - also behandelnde - Radiologie, die sich vor allem in den letzten 5 Jahren sehr stark entwickelt hat, können Gefäßverschlüsse erfolgreich behandelt und so die Notwendigkeit von Bypass-Operationen über Jahre oder Jahrzehnte hinausgezögert werden. Auch bei bestimmten Schlaganfällen kann eine akute radiologische Behandlung durch Absaugung der verstopften Arterie die Folgen eines Schlaganfalls stark mildern. Große Erfolge erzielt die Radiologie auch in der Tumorbehandlung. So sind dank neuer Magnetresonanztherapie auch kleine Tumore, wie das Prostatakarzinom, gut einsehbar.

"Konnten früher Proben vom Prostatagewebe nur nach dem Zufallsprinzip entnommen werden, können wir mit der neuen Magnetresonanztherapie sehr gezielt vorgehen und via Biopsie direkt Gewebsentnahmen vom Tumor vornehmen. Dies ist für die Früherkennung und Behandlung der Karzinome ein medizinischer Meilenstein. Auch bei der Therapiekontrolle wird durch die Radiologie sehr schnell festgestellt, ob eine Chemotherapie bei den PatientInnen anspricht oder nicht. Damit ersparen wir den PatientInnen unnötige Nebenwirkungen, gewinnen gemeinsam mit den Onkologen mehr effektive Behandlungszeit und sparen Kosten für Medikamente ein, die bei den jeweiligen PatientInnen nicht ansprechen", betont Schima.

Der ECR - Spiegelbild der Vielfalt und Bedeutung Österreichs

Diese große Bandbreite der Radiologie spiegelt sich auch im Kongressprogramm des Europäischen Radiologenkongress (ECR) wider, das für sämtliche Stadien der radiologischen Ausbildung - vom Anfänger bis hin zum Spezialisten - umfangreiche Programmpunkte beinhält. "Es ist uns einfach wichtig, ein innovatives Programm zu bieten, das sich immer an den neuesten Ergebnissen der wissenschaftlichen Forschung orientiert. Das hat uns auch zu einem der größten medizinischen Treffen weltweit gemacht", betont Peter Baierl, Executive Director der European Society of Radiology.Mit über 100 Vortragenden und Moderatoren aus Österreich zeigt der ECR auch die große internationale Bedeutung der österreichischen Forscher, Institute und Radiologen. Vor allem Wien, Innsbruck und Graz gelten in Österreich als die Forschungszentren für Radiologie. Die Meduniwien im AKH hat im Zuge des Forschungsclusters "Biomedical Imaging" beispielsweise seit kurzem das 1. PET-MR in Österreich. Mit diesem neuen Gerät können Magnet-Resonanz-Tomografie und Positronen-Emissions-Tomografie gleichzeitig durchgeführt werden und sehr gute Erfolge in der Tumordiagnostik und Tumortherapiekontrolle erzielt werden. Innerhalb von Europa ist dieses radiologische Top-Gerät nur an einer Handvoll weiterer Zentren vorhanden.Österreich ist seit den 1990er Jahren innerhalb der Radiologen-Community auch eine wesentliche Schnittstelle zwischen Radiologen aus Ost- und Westeuropa. Nicht ohne Grund hat die European Society of Radiology sich für ihren Großkongress für Wien und das Austria Center Vienna als Veranstaltungsort entschieden. "Diese Wahl ermöglicht vor allem KollegInnen aus osteuropäischen Ländern wie Ungarn, Tschechien und Slowakei am Wissensaustausch teilzunehmen", betont Schima. International zählt Wien zu den Top-Kongressdestinationen weltweit.

Zukunftsthemen und innovative Wissensvermittlung

Für den Präsidenten der Österreichischen Röntgengesellschaft sind international vor allem die interventionelle Radiologie und der noch gezieltere Einsatz von Magnet-resonanztherapien die Themen der Zukunft. Auch die Radiologie und Nuklearmedizin dürften aufgrund zahlreicher Synergien wieder näher zusammenwachsen.Um die Zukunftsentwicklungen zu forcieren und möglichst vielen TeilnehmerInnen einen Zugang zum Kongress zu ermöglichen, werden beim ECR nahezu alle Vorträge in Echtzeit per Webstream auf der Plattform ECR Live übertragen. Am ECR 2014 waren dies über 1.500 Vorträge, welche von 5.500 TeilnehmerInnen auf der Plattform gesehen wurden. "Durch die ECR Live Social Media Wall ist es möglich, dass sich Benutzer von zu Hause aus mit TeilnehmerInnen und ReferentInnen, die am Kongress vor Ort sind, in Echtzeit austauschen können. Der ECR ist somit keine geschlossene Veranstaltung im klassischen Sinne, sondern vernetzt real wie digital Radiologen aus aller Welt", so Baierl.

Gerade das hochqualitative und unlimitierte WLAN für bis zu 20.000 Personen, welches das Austria Center Vienna seinen TeilnehmerInnen bietet, kommt hier dem ECR neben den flexiblen Veranstaltungsräumlichkeiten von Österreichs größtem Kongresszentrum besonders zugute.

Gemeinsam zieht man auch in puncto Teilnehmerwachstum an einem Strang. So gelang es erneut, dem ECR neben den Räumlichkeiten des Austria Center Vienna auch das Konferenzzentrum der UN-Organisationen im Vienna International Centre mit einer Fassungskapazität von 2.800 Personen zur Verfügung zu stellen.

Über den ECR

Der ECR ist die Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Radiologie (European Society of Radiology/ESR), welche weltweit über 62.000 Radiologen aus 156 Ländern vertritt. Mit mehr als 20.000 TeilnehmerInnen aus der ganzen Welt ist der ECR einer der größten medizinischen Kongresse weltweit. Heuer feiert die European Society of Radiology ihr 10-jähriges Bestehen.

Über das Austria Center Vienna

Das Austria Center Vienna wird von der IAKW-AG (Internationales Amtssitz- und Konferenzzentrum Wien, Aktiengesellschaft) betrieben, die auch für die Erhaltung des Vienna International Centre (VIC) verantwortlich ist. Das Austria Center Vienna ist mit 24 Sälen, 180 Büros und Meetingräumen sowie rund 42.000 m2 Veranstaltungsfläche (davon 22.000 m2 Ausstellungsfläche) Österreichs größtes Kongresszentrum und gehört zu den Top-Playern im internationalen Kongresswesen. Die IAKW-AG und damit das Austria Center Vienna stehen unter der Leitung von Vorständin Dr. Susanne Baumann-Söllner. www.acv.at.

apa.at

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