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APA-Artikel 2. März 2015

Weltspitze 2 - 120 Eingriffe pro Jahr

Rund 120 Lungentransplantationen pro Jahr im Wiener AKH an der Klinischen Abteilung für Thoraxchirurgie der Universitätsklinik für Chirurgie (Gesamtleiter: Michael Gnant) machen Wien gemeinsam mit Toronto (Kanada), Cleveland (US-Bundesstaat Ohio) und der Universitätsklinik von Hannover in Deutschland zu einem der vier größten Zentren für solche Eingriffe. Das wirkt sich im Ländervergleich aus.

"Österreich weist mit 15 Lungentransplantationen pro Million Menschen die höchste Lungentransplantationsrate der Welt auf. (...) Die Möglichkeit in einem Zentrum mit höchster Erfahrung transplantiert zu werden, bedeutet für die Patienten der Partnerländer eine wesentlich bessere Überlebenswahrscheinlichkeit", stellte das Team um Walter Klepetko aus Anlass des Jubiläums fest.

Die Chirurgen mit ihrer Spezial-Expertise im Bereich der Lungentransplantationen haben in den vergangenen 25 Jahren insgesamt 644 Spenderorgane aus den Kooperationsländern "importiert", aber gleichzeitig 336 auf diesen überlebenswichtigen Eingriff angewiesene Kranke mit solchen Eingriffen eine neue Überlebenschance gegeben. Diese sind bereits sehr hoch. Die Fünf-Jahres-Überlebensquote für Lungentransplantierte liegt derzeit bei 70 Prozent. Das wieder volle Luftholen nach der Operation bewirkt eine enorme Verbesserung der Lebensqualität der Patienten.

Das Wiener AKH mit den Thoraxchirurgie-Spezialisten der MedUni Wien ist nicht nur ein Zentrum für die Durchführung dieser Operationen. Es geht auch immer um Wissenschaft. Vor rund vier Jahren wurde zum Beispiel erstmals eine Ex-vivo-Lungenperfusion angewandt. Damit kann eine Spenderlunge genau beurteilt und quasi "repariert" werden.

Lungen, die früher nicht für eine Transplantation verwendet worden wären, werden an ein Beatmungsgerät angeschlossen und gespült, sie zeigen an diesem System eine beeindruckende Verbesserung der Organfunktion und können dadurch in einem optimalen Zustand transplantiert werden. Darüber hinaus gibt es immer bessere Möglichkeiten des "Bridging", also der maschinellen Überbrückung der Zeit für Patienten, bis sie ein Spenderorgan erhalten.

Das Symposium am Freitag (6. März) soll Stand und Zukunft dieser medizinischen Errungenschaft beleuchten. Es gibt einen Rückblick auf die Erfolge, für den sich Wiens Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely (SPÖ), Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ), EU-Kommissar Johannes Hahn und MedUni Wien-Rektor Wolfgang Schütz angesagt haben. Derzeit allerdings erscheint die Zukunft der internationalen Spitzenmedizin der MedUni Wien im AKH durch Sparbemühungen und Ärzte-Dienstzeitenregelungen laut Aussagen führender Klinikchefs für die Zukunft hoch gefährdet.

apa.at

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