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APA-Artikel 2. März 2015

Weltspitze - 25 Jahre Lungentransplantationen im Wiener AKH 1

Eine besondere Feier findet kommenden Freitag im Wiener AKH statt. Vor etwas über 25 Jahren (1989) wurde an der Wiener Universitätsklinik für Chirurgie die erste Lungentransplantation des Landes durchgeführt. Heute ist Österreich durch das Team um Walter Klepetko (Klinische Abteilung für Thoraxchirurgie von AKH und MedUni Wien) Weltspitze bei solchen Eingriffen.

Klepetko und seine Mitarbeiter haben es geschafft, durch die Zusammenarbeit mit der Slowakei, Ungarn, Kroatien, Slowenien, Griechenland, Zypern, Rumänien und Estland, die selbst in ihren medizinischen Zentren keine Lungentransplantationen durchführen, eine Stellung als Exzellenzzentrum für alle diese Länder zu erwerben. Gleichzeitig bedeutet das einen "Spenderpool" aus und für die Patienten der acht kooperierenden Staaten mit 63 Millionen Einwohnern.

"Da wir mehr Lungen bekommen als wir benötigen, ist das eine Win-Win-Situation für alle. Für Patienten in Österreich, für die Betroffenen in den einzelnen Ländern und für den Eurotransplant-Raum. Die ganze Welt beneidet uns darum", erklärte Thoraxchirurg Klepetko.

Erste Versuche, eine Lunge zu transplantieren, erfolgten bereits in den 1960er-Jahren. Dem US-Chirurgen James Hardy gelang 1964 die erste Transplantation einer Lunge (LuTX). Der Patient überlebte damals nur wenige Tage. Weitere 30 Versuche weltweit führten in den darauffolgenden 20 Jahren zum überwiegendsten Teil zu Misserfolgen. Erst ab 1983 gelang Joel Cooper am Toronto General Hospital in Kanada die erste Serie von einseitigen Lungentransplantationen mit länger anhaltendem Erfolg.

Der erste Wiener Patient überlebte immerhin schon vier Jahre. Klepetko baute schließlich ein eigenes Programm für Lungentransplantationen auf. 1990 verpflanzte er erstmals beidseitig und 1995 Lungenteile (Lappen). Chirurgisch sind diese Eingriffe schwieriger als beispielsweise Herzverpflanzungen, auch die immunologischen Fragen sind diffiziler. Die Lungentransplantation kommt für Patienten infrage, die infolge unheilbarer fortschreitender Lungenerkrankungen (nicht Tumorerkrankungen; Anm.) zunehmend ihre Atemfunktion verlieren.

Heute sind COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) und Emphysem (irreversible Überblähung der Lungenbläschen) mit 35 Prozent die häufigsten Grunderkrankungen, die zu einem solchen Eingriff führen. 20 Prozent der Patienten leiden an einer Lungenfibrose, eine Erkrankung des Lungengewebes, 15 Prozent an Cystischer Fibrose, eine angeborene Stoffwechselerkrankung, etwa acht Prozent an Lungenhochdruck.

apa.at

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