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APA-Artikel 2. März 2015

Fortpflanzungsmedizin -Experte: "Totes Recht" zur Eizellenspende

Die jüngst beschlossene Novelle habe das Fortpflanzungsmedizingesetz nicht wirklich modernisiert, sondern nur "totes Recht" gebracht und "die Betroffenen gefoppt". Denn die Neuregelung komme einem Verbot der Eizellenspende gleich, konstatierte der Leiter des Kinderwunschzentrums, Andreas Obruca, angesichts der Abänderung der u.a. von der Kirche vehement kritisierten Reform.

Ursprünglich hatte auch das Kinderwunschzentrum am Wiener Goldenen Kreuz die von Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser (SPÖ) und Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) ausverhandelte Novelle begeistert als "mutigen Schritt" begrüßt - ging sie doch mit Erlaubnis der Samenspende bei der In-Vitro-Fertilisation und der Eizellenspende weit über die verfassungsgerichtliche Vorgabe der künstlichen Befruchtung für lesbische Paare hinaus. Von SPÖ, ÖVP, Grünen und NEOS im Nationalrat beschlossen wurde allerdings eine - nach Kritik u.a. von Teilen der ÖVP - geänderte Fassung.

Damit sei vom ursprünglich zeitgemäßen Entwurf wenig übrig geblieben, stellte Obruca gegenüber der APA fest: "Der Gesetzgeber hat die Eizellspende nur offiziell erlaubt, de facto wird sich nichts ändern. Es wäre konsequenter gewesen, zum Verbot zu stehen."

Denn der Kreis der Paare, die sich auf diese Weise ihren Kinderwunsch erfüllen wollen, sei massiv eingeschränkt worden: Erst schon mit dem "Vermittlungsverbot", das bedeutet, dass sich Frauen selbst eine Spenderin im Verwandten- oder Freundeskreis suchen müssen. Und dann wegen der finanziellen Belastung: Denn zuletzt sei beschlossen worden, dass der Spenderin nur Barauslagen gegen Beleg ersetzt werden - aber nicht die für die mehrfachen Termine nötigen Urlaubstage oder ein Verdienstentgang, bemängelte Obruca.

apa.at

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