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APA-Artikel 2. März 2015

Spitalsärzte-Gehälter 2 - Einigungen von Bregenz bis St. Pölten

In Oberösterreich haben sich Land und Ärztekammer darauf geeinigt, dass etwa 40 bis 45 Mio. Euro, darunter 20 bis 25 Mio. frisches Geld, zum Mittelbau und den jungen Medizinern wandern. Geplant ist, dass das Modell mit 1. Juli startet. Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) glaubt nicht, dass sich am Zeitpunkt etwas durch eine Urabstimmung ändert, die noch von der Ärztekammer durchgeführt wird.

In Salzburg ist nach zähem Ringen zwischen Ärzteschaft und Finanz- sowie Gesundheitsreferent LHStv. Christian Stöckl (ÖVP) Anfang 2015 weißer Rauch aufgestiegen: Je nach Ärztegruppe wird das Grundgehalt um 30 bis 37 Prozent angehoben, außerdem wird die Entschädigung für die passive Rufbereitschaft verdreifacht.

Beide Seiten sprachen nach Abschluss der Verhandlungen von "zeitgemäßen, konkurrenzfähigen und marktgerechten" Gehältern. Dass offenbar gut verhandelt wurde, zeigte Anfang Februar dann die Abstimmung: 84 Prozent der Mediziner akzeptierten das Ergebnis. Der positive Abschluss brachte indes andere Berufsgruppen auf den Plan.

In Tirol legte das Land den Angestellten des Landeskrankenanstaltenbetreibers Tilak vergangene Woche ein Angebot für eine Übergangslösung für das Jahr 2015 vor. Die Ärzte stimmten diesem "Gehalts- und Maßnahmenpaket" am Freitag mehrheitlich zu. 11,2 Millionen Euro sollen der Tilak für staffelweise Gehaltsnachbesserungen zur Verfügung gestellt werden. Zusätzlich sollen in den nächsten zwei bis drei Jahren an den Landeskrankenhäusern 80 bis 100 zusätzliche Ärzte angestellt werden. In den Bezirkskrankenhäusern, im Krankenhaus Zams und der Medizinischen Universität Innsbruck ist eine Lösung des Gehaltskonfliktes jedoch noch offen.

In der Steiermark haben nach Inkrafttreten des neuen Gesetzes mehr als 1.000 Spitalsärzte einer Opt-Out-Regelung der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft KAGes zugestimmt. Sie erklärten sich freiwillig aber befristet bereit, länger als 48 Stunden wöchentlich zu arbeiten. In allen LKH außerhalb der Landeshauptstadt wie auch am LKH-Universitätsklinikum sollen 61 Prozent und somit ausreichend Ärztinnen und Ärzte die Opt-Out-Regelung unterschrieben haben, erklärte Gesundheitslandesrat Christopher Drexler (ÖVP) bereits Ende Jänner. Neue Zahlen liegen seither noch nicht vor. Die Grundgehälter steigen in der Steiermark zwischen zehn und 18 Prozent.

Die Vorarlberger Spitalsärzte haben sich zum Großteil für ein befristetes "Opt-out" aus der EU-Vorgabe entschieden und dürfen daher länger als 48 Stunden pro Woche arbeiten. In den fünf Landeskrankenhäusern waren es laut Pressesprecherin Ulrike Delacher "über 90 Prozent", im städtischen Krankenhaus Dornbirn nach Angaben der dortigen Presseabteilung 81 Prozent. Bis zum Ablauf der Befristung am 30. September 2015 wollen Landespolitik und Ärztekammer neue Dienstmodelle erarbeiten sowie die künftige Abgeltung von Überstunden und Journaldiensten neu verhandeln. Vom neuen Arbeitszeitgesetz sind in Vorarlberg rund 700 Mediziner betroffen, die Einschränkung der Arbeitszeit bedeutet für die Krankenhäuser in Vorarlberg im Endeffekt einen Mehrbedarf von 80 bis 100 Ärzten. Eine Gehaltsreform für die Spitalsärzte wurde bereits per 1. Juli 2013 umgesetzt, sie verursacht dem Land Mehrkosten von 13,5 Mio. Euro pro Jahr.

In Niederösterreich wurde schon mit dem Spitalsärztegesetz aus dem Jahr 2012 der Grundstein gelegt, dass die Höchststundenanzahl von 48 Stunden im Durchschnitt sogar unterschritten wird.

apa.at

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