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APA-Artikel 27. Februar 2015

Spitalsärzte - Zentraler Transfusionsdienst am Wiener AKH gefährdet

An den Wiener Universitätskliniken (MedUni) im AKH könnte sich die Situation durch die Ärzte-Personalsituation und die neuen Dienstzeitenregelungen in zentralen Einrichtungen schnell dramatisch zuspitzen. So könnten die zentralen 24-Stunden-Versorgungs-Dienste der Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin zusammenbrechen. Das geht aus dem Schreiben eines Mitarbeiters der Klinik hervor.

Die Angaben stammen von einem Beschäftigten der Universitätsklinik für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin. Namentlich will dieser nicht genannt werden. Rektor Wolfgang Schütz ist von hochrangigen Ärzten der Wiener Universitätsklinik das Verhängen eines "Maulkorberlasses" zur Problematik der Dienstzeitenregelungen vorgeworfen worden. In dem Schreiben heißt es nun: "Da unserer Abteilung inklusive dem Leiter der Klinik nur zehn Ärztinnen und Ärzte zugeordnet sind, können wir ohne Opt-out (Bereiterklärung zu längeren Diensten; Anm.) die Dienste nicht besetzen. Das bedeutet, es wäre nicht jede Nacht ein Arzt anwesend."

Bisher hätten drei Ärzte der Opt-out Lösung zugestimmt, notwendig seien aber mindestens sechs Ärzte. "Der Rektor (Wolfgang Schütz; Anm.) hat den Vorschlag gemacht, die Nachtdienste zu streichen, das AKH besteht aber auf der Anwesenheit eines Arztes", heißt es in dem Schreiben weiter.

Das könnte in nächster Zukunft wegen der zentralen Bedeutung der Abteilung für die Wiener Universitätskliniken gravierende Konsequenzen nach sich ziehen. "Wenn kein Transfusionsmediziner anwesend ist, gibt es keine akute Zellapherese (therapeutische 'Blutwäsche'; Anm.), und es kann keine sonstige akute Blutproduktbereitstellung von einem Arzt freigegeben werden. Das bedeutet keine Anfahrt mit der Rettung mit blutenden Patienten und keine Operationen außerhalb der Kernarbeitszeit von 8.00 Uhr bis 16.00 Uhr."

Der Aufgabenbereich der Universitätsklinik für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin umfasst die Produktion und Bearbeitung von Blutprodukten, Zell- und Gewebepräparaten. Außerdem werden unterschiedliche Therapien wie Zell- und Plasmaapherese (Methode, mit der exkorporal, also außerhalb des Körpers, krankhafte Eiweiße, an Eiweiße gebundene krankmachende Stoffe oder Zellen entfernt werden) durchgeführt.

In den vergangenen Tagen haben bereits Vertreter mehrerer medizinischer Fachgebiete bzw. von Universitätskliniken auf die problematische Situation aufmerksam gemacht. So komme es derzeit bereits zur Verschiebung von Operationen und einer Reduktion der Dienstleistungen in der Radiologie, hieß es. Die Chirurgen befürchten eine Halbierung der OP-Kapazitäten am Wiener AKH.

apa.at

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