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APA-Artikel 25. Februar 2015

Spitalsärzte: Verhandlungen im Burgenland zielorientiert

Im Burgenland scheint der Schlagabtausch zwischen Ärztekammer (ÄK) und Politik bzw. Krankenhausträgern betreffend der Zukunft der Spitalsärzte ad acta gelegt zu sein. Bei den Verhandlungen über die Ärztearbeitszeit und -gehälter in den Spitälern am Mittwoch wurde zielorientiert und sachlich diskutiert. Man habe sich in allen Punkten annähern können, hieß es nach den Verhandlungen.

Konkret sei nun klar, dass man ein Paket verhandle, das drei Faktoren - die Organisation, dienstrechtliche Rahmenbedingung sowie die Abgeltung - beinhalte. "Dieses Paket hat jetzt einen Aspekt: Es gibt das eine ohne dem anderen nicht", erläuterte Verhandlungsleiter Rene Schnedl, Geschäftsführer der Burgenländische Krankenanstalten GmbH (KRAGES) bei einer Pressekonferenz in Eisenstadt.

"Wesentlich war auch, dass wir intern unter den Trägern (im Burgenland neben der KRAGES auch die Barmherzigen Brüder, Anm.) bezüglich einer Harmonisierung dieser drei Faktoren diskutiert haben, auch mit allen Beteiligten - Betriebsräten, Gewerkschaften und ÄK - dass wir eine Annäherung untereinander bei den Trägern durchführen können. Das heißt, wir haben dann bei allen eine einheitliche Struktur, die überall nachvollziehbar ist", so Schnedl.

"Wir sind heute wesentlich weiter gekommen, als wir alle gedacht haben." Allen Beteiligten am Tisch sei klar gewesen, "dass das wichtigste der Patient im Burgenland ist", so der Verhandlungsleiter. Das Gesprächsklima sei gut gewesen, auch wenn es die ein oder andere hitzige Diskussion gegeben habe. Das "hat uns aber deutlich in der Sache weitegebracht". Man habe nun weitere kurzfristige Verhandlungstermine am 11. und 16. März ausgemacht, "um einen Schritt nach dem anderen setzen zu können und um wirklich das Paket abschließen zu können", sagte Schnedl. Die diesbezügliche Zielvorgabe sei nach wie vor "vor dem Juni", aber: "Je früher, desto besser".

Generell sei auch wichtig, "dass bei den Burgenländern etwas ankommt". Laut Gesundheitslandesrat Peter Rezar (SPÖ) sollen das etwa 30 Prozent mehr Leistung bei gleichem Personal sein. Man wolle aber auch in Zukunft den Patienten flexible Behandlungszeiten in den Spitälern bieten können, erläuterte der KRAGES-Geschäftsführer. Wichtig dafür sei jedoch die Flexibilisierung der Arbeitszeit, die ein Ziel der KRAGES sei.

Dass man künftig mehr Ärzte brauchen werde, darüber waren sich die Beteiligten laut Schnedl einig. Über eine Zahl habe man jedoch nicht gesprochen.

Die zunächst eher schlechte Stimmung nach dem medialen Schlagabtausch wurde als Irritationen und Kommunikationsprobleme bezeichnet. "Wir haben es gut gemeint und das ist bei den anderen nicht so angekommen, wie wir es gerne gehabt hätten. Durch diese Irritationen ist viel entstanden, das nicht beabsichtigt war."

Inhaltliche Details wollten am Mittwoch weder Schnedl noch Ärztekammer-Burgenland-Präsident Michael Lang nennen. Beide dankten allerdings dem jeweils anderen für die laut Schnedl "wirklich zielorientierte Gesprächsbereitschaft".

Lang lobte im APA-Gespräch ebenfalls das sehr gute Gesprächsklima, das "sachlich und emotionslos und sehr, sehr konstruktiv war". Missverständnisse seien aus dem Weg geräumt worden und beide Seiten hätten ihre Vorstellungen schildern können. "Es wird morgen, Donnerstag, um 8 Uhr - das ist die beste Zeit, weil die Kollegen entweder noch da oder schon da sind - Betriebsversammlungen geben, bei denen die Kollegenschaft informiert wird, wie es gelaufen ist und was diskutiert wurde", sagte Lang. Auch dort sollen keine Einzelheiten bekannt gegeben werden.

apa.at

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