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APA-Artikel 24. Februar 2015

RH sieht Mängel bei geschlechtsspezifischer Gesundheitsförderung

Österreichs Gesundheitspolitik sollte die spezifische Förderung von Frauen- und Männergesundheit optimieren. Zu diesem Schluss kommt der Rechnungshof (RH) in einem aktuellen Bericht zur "Gendergesundheit". Kritisiert wurden unter anderem geringe Fördermittel für dieses Anliegen und zersplitterte Kompetenzen. Auch im Bereich der Suchtprävention sehen die Prüfer Defizite.

So wird angeregt, bei der "Erarbeitung der Nationalen Suchtpräventionsstrategie" den "Genderaspekt" entsprechend zu berücksichtigen. Konkret findet der RH auch, dass dies im Bereich der Nikotinsucht nötig ist. Denn während bei den Männern immer weniger rauchten, würden die Frauen einen steigenden Raucheranteil aufweisen. Maßnahmen, die schon bisher gegen Alkoholsucht gesetzt wurden, sollten gendermäßig evaluiert werden.

Insgesamt gebe es nur wenig Geld für die Förderung geschlechtsspezifischer Gesundheitsarbeit, konstatiert der Rechnungshof. Das Gesundheitsministerium habe von 2009 bis 2013 (der Berichtszeitraum, Anm.) 161 Projekte mit rund 30 Millionen Euro gefördert, doch "nur drei Prozent dieser Förderung (rund 910.000 Euro) entfielen auf Projekte mit Genderbezug", heißt es in dem Bericht.

Als "nicht zweckmäßig" wird die Aufteilung der Kompetenzen für "Frauen-, Kinder- und Jugendgesundheit" im Gesundheitsministerium und "Männergesundheit" im Sozialministerium bezeichnet. Außerdem vermissen die Prüfer "gesamthaftes Berichtswesen" zum Thema Gendergesundheit. Vorbild sei hier etwa die Schweiz, wo es einen "Gendergesundheitsbericht" gibt. Das Gesundheitsministerium zeigte sich hier laut Stellungnahme durchaus willig: Man habe bereits ein entsprechendes Gespräch mit dem Sozialministerium geführt, in den nächsten Jahren soll es einen Gesamtbericht geben - allerdings "vorbehaltlich der budgetären Möglichkeiten".

Auch auf das zuletzt wieder umstrittene Brustkrebs-Screening-Programm warf der RH einen Blick. Er monierte etwa, dass sich das Gesundheitsministerium für 2013 schon konkrete Erfolge bei der Teilnahmerate - allerdings nicht in absoluten Zahlen - vorgenommen hatte, obwohl das Projekt im Herbst 2013 noch nicht einmal gestartet war.

apa.at

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