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APA-Artikel 24. Februar 2015

Apothekertagung - Arzt, Pflege und Apotheker optimieren Therapie 1

Speziell chronisch und mehrfach Kranke sind einem Risiko für Arzneimittelprobleme ausgesetzt. Studien aus Deutschland und Österreich belegen, dass Arzt, Pflege und Apotheker die medikamentöse Therapie optimieren und das Risiko für Nebenwirkungen verringern können. Diskutiert wird dieses Medikationsmanagement bei der Apotheker-Fortbildungswoche in Schladming in der Steiermark (bis 26. Februar).

Bereits seit vergangenem Jahr versucht die Österreichische Apothekerkammer das Medikationsmanagement zu propagieren. Der Apotheker soll auf Wunsch von Kunden deren Arzneimittel sichten, allfällige Risiken durch nicht optimal geeignete, von verschiedenen Ärzten mehrfach verschriebene oder in Kombination potenziell gefährliche Medikamente minimieren helfen. Diesen Service wollen die österreichischen Apotheker extra anbieten.

Dass mit einem solchen Vorgehen Risiken vermieden werden können, darauf gibt die derzeit in Nordrhein-Westfalen laufende WestGem-Studie erste Hinweise. Olaf Rose, Apotheker aus Münster in Deutschland, sagte am Montag bei der Fortbildungswoche der Österreichischen Apothekerkammer: "Wenn wir als Apotheker zeigen wollen, dass wir einen Mehrwert für die Gesellschaft erzielen können, müssen wir das mit harten Daten unterlegen. In der Studie wurden 160 Patienten aus Praxen von Allgemeinmedizinern im Alter über 65 Jahre, mit mehr als fünf verschriebenen Arzneimitteln und chronischen Erkrankungen - eine davon sollte eine Herz-Kreislauf-Krankheit sein - per Zufallsprinzip ausgewählt. Die Studie soll den Nutzen eines Medikationsmanagements zeigen."

Im Rahmen der Untersuchung wurden die Verschreibungsdaten der Patienten von den Ärzten abgerufen. Für die Probanden tätiges Pflegepersonal klärte die individuelle Situation und Lebensqualität der Patienten ab. Dann gingen die Daten zu einem Pharmazeuten-Gremium. In bis zu zehn Stunden Arbeit pro Proband versuchten die Apotheker die Medikation zu optimieren. Die Informationen gingen dann wieder an die Ärzte als Angebot für die Weiterbetreuung des Patienten zurück.

Die Auswertung der Informationen von 106 Patienten zeigte, dass knapp 40 Prozent der Ratschläge zur Verbesserung der Medikation wirklich umgesetzt wurden. Wie groß das Verbesserungspotenzial bei solchen Personen ist, zeigt der Umstand, dass bei den Männern im Durchschnitt bei 3,9 Arzneimitteln ein Unterschied zwischen der Verordnung und der tatsächlichen Einnahme bestand. Bei den Frauen war das bei 4,9 Medikamenten der Fall. "Im Durchschnitt hatte jeder Patient auch 1,1 für ältere Menschen nicht geeignete Arzneimittel verschrieben bekommen", sagte Rose.

apa.at

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