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APA-Artikel 23. Februar 2015

OÖ. RK-Präsident dementierte Streit und Millionen-Minus

Der Präsident des oö. Roten Kreuzes (RK), Walter Aichinger, hat am Montag dementiert, dass es Millionenverluste in der Blutzentrale und einen Streit im Präsidium gibt. "Streit im Roten Kreuz? Den gibt es nicht", sagte Aichinger in einer Pressekonferenz in Linz. Aufgebracht hatte die Diskussion der Linzer Vizebürgermeister Christian Forsterleitner (SPÖ) mit seinem Rücktritt aus dem RK-Präsidium.

Forsterleitner war zurückgetreten, weil er den Eindruck habe, dass Nachfragen und konstruktive Kritik nicht erwünscht seien und ihm jegliches Vertrauen in Aichingers Vorsitzführung und als Präsident fehle. Das teilte er in einem der APA vorliegenden Brief an Aichinger mit. In Zusammenhang mit der Blutzentrale, die ein Teilbetrieb des Roten Kreuzes ist, war dann von Verlusten in Höhe von bis zu 2,6 Millionen Euro im Jahr 2014 die Rede.

Die 2,6 Millionen Euro stammten aus einer Hochrechnung Mitte 2014, erklärte Aichinger. Darüber sei in den Gremien des oberösterreichischen Roten Kreuzes immer informiert worden, Maßnahmen seien dort beschlossen worden. Man habe mit mehreren Instrumenten gegengesteuert. Investitionen, wie zum Beispiel ein 2,5 Millionen Euro teures Qualitätssicherungsprogramm, wurden teilweise zurückgestellt, Abläufe verändert und Pensionierungen oder Karenzierungen nicht nachbesetzt. Das hätte gewirkt und so betrage der Verlust für das Vorjahr voraussichtlich 300.000 bis 350.000 Euro.

Als Grund für die negativen Zahlen nannte Aichinger den seit 2007 rückläufigen Verbrauch an Blutkonserven in der Medizin durch den Fortschritt etwa bei Operationsmethoden. Derzeit würden in Oberösterreich 42.000 Präparate jährlich verbraucht, vor einigen Jahren seien es noch 72.000 gewesen. Darauf müsse man reagieren, aber Qualität und Versorgungssicherheit dürften nicht leiden. Heuer wurde mit den Krankenhäusern eine Preiserhöhung von drei Prozent auf 145 Euro pro 220-Milliliter-Ampulle vereinbart. Auch in den vergangenen Jahren hätte es Verluste gegeben, die aber grundsätzlich durch Rücklagen gedeckt gewesen seien. Das Budget für 2015 sei ausgeglichen. Die Blutbank habe derzeit 127 Mitarbeiter, das sei knapp unter dem Stand von 2007, und setzte 2013 etwa 22 Millionen Euro um.

Das Rote Kreuz Oberösterreich werde seit 15 Jahren unter anderem jährlich von einem unabhängigen Wirtschaftsprüfer und Steuerberater geprüft und habe immer einen uneingeschränkten Betätigungsvermerk erhalten, der den sparsamen, zweckmäßigen und wirtschaftlichen Mitteleinsatz testiere. Daher sehe man einer - von LH Josef Pühringer (ÖVP) angekündigten - Prüfung durch den Landesrechnungshof gelassen entgegen. Auch Vorwürfe, dass Spenden für die Blutzentrale herangezogen würden, verneinte Aichinger: "Kein Cent finanzieller Spenden oder aus Landesmitteln ist in den letzten Jahren in der Blutbank eingesetzt worden."

Zum Rücktritt Forsterleitners habe er eine Meinung, aber "die sage ich nicht, weil damit genährt würde, dass es einen parteipolitischen Streit gibt und das will ich für das Rote Kreuz Oberösterreich vermeiden". Es sei wichtig, dass es keine Verunsicherung bei Mitarbeitern und Spendern gebe und "dass die Motivation der Helfer erhalten bleibt, weil sonst Leistungen nicht aufrechterhalten werden können", so der Präsident.

apa.at

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