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APA-Artikel 19. Februar 2015

Spitalsärzte - AKH: Zehn Prozent weniger Radiologie-Kapazität

Die Chirurgen der Universitätsklinik der MedUni Wien im AKH befürchten die Halbierung der Operationskapazitäten. Die Personalknappheit durch die neuen Dienstzeitenregelungen trifft auch die in der Hochleistungsmedizin zentrale Radiologie. Ein Minus von bis zu zehn Prozent an Untersuchungen bei steigenden Defiziten hat die Wiener Universitätsklinik für Radiologie und Nuklearmedizin registriert.

Die Probleme für die in der Patientenversorgung so wichtige High-Tech-Medizin in den zentralen Bereichen der bildgebenden Diagnostik samt Nuklearmedizin wurden offenbar in mehreren Schreiben an die Direktion des AKH zusammengefasst. Der APA liegt eine Zusammenfassung dieser Informationen vor. Die Auswirkungen der neuen Dienstzeitenregelungen führen demnach, - so der Inhalt - zu "Raum- bzw. Bereichssperren in der Skelettdiagnostik, Gastrointestinaldiagnostik, Ultraschall, CT und MR. Im Jänner bisher circa sieben Prozent unserer Gesamtleistungen, im Februar über zehn Prozent ansteigend".

Die Konsequenzen für die Patienten seien spürbar - es käme zu einer Verlängerung "der jetzt schon inadäquaten Wartezeiten auf Untersuchungen (...). Der bisherige zwölfstündige Routinevollbetrieb auf allen CT, MR, Angiographie- und Hybridgeräten (Kombination verschiedener bildgebender Verfahren; Anm.) - ist dadurch nicht mehr möglich". Dies wird in der Zusammenfassung festgestellt.

Dadurch könnten sich die Wartezeiten auf PET-CT Untersuchungen (kombinierte Computertomografie/Nuklearmedizin-Untersuchung; Anm.) für Krebspatienten, die bereits mehrere Wochen betragen würden, weiter verlängern. Ebenso sei absehbar, dass die "Tumorboards", bei denen die Spezialisten, zum Beispiel die Chirurgen, Onkologen, Radiologen, etc. Diagnose und Therapie der einzelnen Patienten besprechen, teilweise nicht mehr besetzt werden könnten. Dies würde dann den Ausfall von Expertise für die Patienten bedeuten. Nicht zuletzt werde auch eine Verschlechterung der Facharztausbildung registriert, da die für die Ausbildung notwendige Expertise und die Zeit für die Interaktion von Ausbildern zu Auszubildenden deutlich reduziert ist.

Wie es in der Zusammenfassung der Situation durch einen verantwortlichen Radiologen heißt, sei für das Wiener AKH eine "Abwärtsspirale" zu befürchten, die aus einer Reduktion der ärztlichen Ressourcen in der Patientenversorgung und einer daraus möglicherweise resultierenden Reduktion der Gemeinde Wien-Mitarbeiter im AKH entstehe und durch die nicht gelöste Investition- und Reinvestitionsproblematik verstärkt werde. Laut den Recherchen würden allein an der Radiologie und Nuklearmedizin zur Kompensation der neuen Krankenanstalten-Arbeitszeitgesetz-konformen Dienstzeiten bzw. zur Aufrechterhaltung des Vollbetriebes etwa 15 Mitarbeiter aufgenommen werden müssten.

apa.at

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