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APA-Artikel 19. Februar 2015

Spitalsärzte -Rezar: Keine Gehaltsverhandlungen ohne Strukturänderung

Burgenlands Gesundheitslandesrat Peter Rezar (SPÖ) pocht bei der Diskussion um die Spitalsärzte und das neue Ärztearbeitszeitgesetz weiterhin auf eine Strukturänderung. "Keine Gehaltsverhandlungen ohne Strukturverhandlungen", hielt er am Donnerstag bei einer Pressekonferenz fest. Er sei außerdem dafür, dass die Bevölkerung erfahren soll, wie viel Ärzte im Öffentlichen Dienst verdienen.

Man habe nicht vor, die Gehälter zu kürzen, sagte Rezar. "Ganz im Gegenteil. Wir wollen adäquat leistungskonform unsere Ärzte entlohnen, in neuen Arbeitsstrukturen, mit neuen Aufgabenstellungen und wir wollen das natürlich auch im Kontext der Durchschnittsgehälter in der Ostregion überlegen. Ich denke, dass die Diskussion auch insgesamt dazu führen muss, dass die Bevölkerung erfährt, was Ärzte im Öffentlichen Dienst verdienen." Bereits nächste Woche werde es eine nächste große Verhandlungsrunde geben.

Wie die Burgenländer auch zur derzeitigen Diskussion über Ärztearbeitszeiten und Ärztegehälter stehen, wurde im Zuge der 13. Befragungswelle des Gesundheitsbarometers in den vergangenen Wochen erfragt. Rund 1.400 Personen nahmen daran teil und zeigten sich in erster Linie mit dem Gesundheitswesen zufrieden. Diese Zufriedenheit liege konstant auf hohem Niveau, erläuterte Peter Filzmaier, Chef des Instituts für Strategieanalysen (ISA).

Durch die Senkung der Arbeitszeit erwarten sich die Befragten u.a. ausgeruhte und weniger übermüdete Ärzte sowie bessere Behandlungen, mehr Sicherheit bzw. weniger Fehler. Negativ werteten sie einen Ärztemangel und längere Wartezeiten für Operationen und Behandlung, so der ISA-Chef.

Etwas anders als in der Realität schätzten die Befragten die Gehälter der Mediziner ein. Sie gaben ein Durchschnittsgehalt von 2.500 Euro an. Mehr als die Hälfte glaubt außerdem, dass Ärzte im Burgenland weniger verdienen als in anderen Bundesländern.

Rene Schnedl, Geschäftsführer der Burgenländische Krankenanstalten GmbH (KRAGES) und Geschäftsstellenleiter des Burgenländischer Gesundheitsfonds (BURGEF), nutzte den Pressetermin zum "Aufräumen mit bestimmten Mythen". Er legte eine Gehaltstabelle nach dem aktuellen Ist-Wert vor. Demnach verdiene ein Turnusarzt ohne Dienste 1.885,44 Euro - ein Mittelwert aller Turnusärzte im Burgenland. Mit Diensten liegt der Nettolohn bei 2.835,86 Euro. Assistenzärzte liegen mit Diensten bei 3.381,53 Euro netto, Dauersekundarärzte bei 3.707,31 Euro, Fachärzte bei 4.857,79 Euro und ein Primarius bei 6.092,46 Euro. Dabei handle es sich laut Schnedl um einen "realen Mittelwert der Nettogehälter berechnet auf zwölf Monate auf 48 Stunden durchschnittlicher Wochenarbeitszeit für Vollzeitkräfte".

Bei Gehaltsverhandlungen wolle man sich zwar an den umgrenzenden Bundesländern orientieren, jedoch liege das Problem und die Schwierigkeit "derzeit schon darin, dass die Strukturen in den einzelnen Bundesländern völlig unterschiedlich sind. Das macht den Vergleich so schwierig", sagte Rezar.

Laut Schnedl habe man "nicht das Problem, mit der Arbeitszeit oder mit der Summe der Arbeitszeit, wir reden nicht von 48-Stunden die Woche, sondern von 48 Wochenstunden in einem Durchrechnungszeitraum." Was wirklich wehtue, seien die Ruhezeiten, so der BURGEF-Leiter.

Eine Übergangsphase wolle man dennoch "tunlichst vermeiden", sagte Schnedl. Mit einem neuen Zwölf-Stunden-Modell soll es ihm zufolge möglich sein, dass mehr Operationen und mehr Leistungen angeboten werden können als es jetzt der Fall sei - "bei gleichem Personal".

apa.at

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