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APA-Artikel 19. Februar 2015

Neuer Berufsverband für Apothekenmitarbeiter

Eine Berufsgruppe, die fast jeder Konsument in Österreich kennt, will seine eigene Vertretung schaffen. Es handelt sich dabei um die Pharmazeutisch-kaufmännischen Assistenten (PKAs), die als Fachkräfte rund ein Drittel des Personals in den österreichischen Apotheken stellen.

"Wir haben den 'pkacircle' als Interessensvertretung mit 1. Dezember 2014 gegründet. Jetzt stellen wir ihn unseren Kollegen vor. Wir haben an dem Projekt seit eineinhalb Jahren gearbeitet", sagte Vereinsobmann Marcus Kallenda gegenüber der APA.

Rund 16.000 Personen arbeiten in den rund 1.350 österreichischen öffentlichen Apotheken. Davon sind rund 5.500 Apotheker. Dahinter bzw. "daneben" am Verkaufspult ("Tara"), an der EDV etc. arbeiten aber viele Helfer. "Seit 1994 gibt es die Pharmazeutisch-kaufmännischen Assistenten (PKA; Anm.) als Lehrberuf", sagte Gabriele Jelinek, Stellvertretende Obfrau der neuen Interessensvertretung. Mittlerweile sind das rund 5.200 bei etwa 1.300 Lehrlingen. 98,1 Prozent davon sind Frauen.

Ausgebildet werden die PKAs im Betrieb und in Berufsschulen in allen Bundesländern. Die dreijährige Lehre hat einen hohen Praxisanteil, immer wichtiger werden aber zusätzliche Kompetenzen. "Warenbewirtschaftung, Erstellen von statistischen Auswertungen, Kostenrechnung, Deckungsbeiträge etc. gewinnen in unserer Tätigkeit an Bedeutung. Auch die Beratung der Kunden in Sachen Nahrungsergänzungsmitteln, Kosmetika und bei der Phytotherapie wird wichtiger", erklärte Kallenda, der in einer Apotheke in Wien-Margareten arbeitet.

Der "pkacircle" will für eine Anpassung der Ausbildung an neue Herausforderungen eintreten. Es sollten auch die Kompetenzen der PKAs erweitert werden, lautet ein Ziel. Schließlich geht es aber auch um die berufsrechtliche Vertretung. "Wir wollen schließlich die Kollektivvertragsfähigkeit erlangen", sagte Gabriele Jelinek, tätig in einer Salzburger Apotheke.

Bei der GPA und in der Arbeiterkammer fühle man sich man mit der im Vergleich zu anderen Handelssparten nur geringen Mitgliederzahl und den besonderen Erfordernissen des Berufes nicht optimal vertreten. Und dass bisher der Apothekerverband als Interessensvereinigung der freiberuflichen Apotheker (Unternehmer) die Interessen der PKAs repräsentiert hätte, sei auch nicht die beste aller Welten. In den öffentlichen Apotheken aber können PKAs ein bedeutendes Bindeglied für den Betrieb sein. Viele Apotheker arbeiten nämlich in Teilzeit-Beschäftigung. Das "Back-Office" mit den PKAs ist aber immer da (http://www.pkacircle.at).

apa.at

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