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APA-Artikel 18. Februar 2015

Medizinisches Personal in Salzburg will 30 Prozent mehr Einkommen

Nach der Einigung im Streit um die Gehälter der Spitalsärzte in Salzburg melden sich jetzt die übrigen medizinischen Mitarbeiter zu Wort: Der Betriebsrat der Landeskliniken hat für morgen, Donnerstag, am Nachmittag zu einer zweistündigen Betriebsversammlung eingeladen. Zentrale Forderung: Eine Erhöhung der Gehälter wie bei den Ärzten, also um durchschnittlich 30 Prozent.

"Die Ausgangslage ist die gleiche wie bei den Ärzten", sagte Betriebsrats-Vorsitzende Christine Vierhauser am Mittwoch zur APA. Zum einen seien die Einkommen an den Salzburger Kliniken nicht mehr marktgerecht. In Oberösterreich habe Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) bereits Verhandlungen ab März angekündigt, dort würde das medizinische Personal schon jetzt mehr verdienen. Und in Tirol stehe ein Anstieg um 20 Prozent im Raum. "Das sind genau unsere Nachbar-Bundesländer. Eine Abwanderung dorthin ist zu befürchten", so Vierhauser.

Der Zeitdruck ist ihren Angaben zufolge hoch: Ende März laufe die Betriebsvereinbarung über längere Arbeitszeiten aus, "und es gibt eine Unterschriftenliste, mit der sich die Mitarbeiter gegen eine Verlängerung aussprechen". Diese Vereinbarung ermöglicht Dienste bis zu 25 Stunden und maximale Wochenarbeitszeiten bis 72 Stunden. Sollte bis 1. April keine Lösung gefunden werden, müssten auf einen Schlag 50 Pflegerinnen oder Pfleger neu aufgenommen oder zahlreiche Operationstische stillgelegt werden, warnte die Betriebsrätin. Heute gab es ein erstes Gespräch zwischen dem Betriebsrat und Gesundheits- und Finanzreferent LHStv. Christian Stöckl (ÖVP), über den Inhalt wollte sie noch nichts sagen, weil sie morgen zuerst das betroffene Personal informieren möchte. Nur so viel war ihr zu entlocken: "Nicht gerade erbauend" sei die Aussprache verlaufen.

Der Betriebsrat solle auf dem Boden der Realität bleiben, sagte Stöckl im APA-Gespräch zu den geforderten 30 Prozent. Die Gehälter lägen schon jetzt im österreichischen Mittelfeld und höher als in Bayern. Im neuen Gehaltsschema mit einem höheren Einstiegsgehalt und abgeflachter Lebensverdienstkurve, das ab Juli in Kraft treten soll, liege man sogar über den anderen Bundesländern. Lösungen werde es auch für jene Mitarbeiter geben, die nicht ins neue Schema wechseln wollen, kündigte Stöckl an. Das betreffe etwa das Pflegepersonal, das Aufgaben der Ärzte übernommen hat, oder "maximal 300 radiotechnologische Mitarbeiter", die durch die Umstellung auf eine 48-Stunden-Woche deutliche Nachteile hätten.

Betroffen sind vom Gehaltsstreit laut Vierhauser rund 2.000 Pflegemitarbeiter, Radiologietechnologen (RT) und medizinisch-technische Assistenten (MTA). Die Vorsitzende geht davon aus, dass es nicht bei einer einzigen Betriebsversammlung bleiben wird. Die nächsten würden dann zeitlich weiter nach vorne verlegt, weswegen sich die Auswirkungen auf den Betrieb und die Patienten verstärken würden. Neben der 30-prozentigen Anhebungen der Gehälter fordert der Betriebsrat analog zu den Ärzten auch eine Verdreifachung der Entschädigung für Rufbereitschaften.

apa.at

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