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APA-Artikel 16. Februar 2015

Sterbehilfe - Küng ist alarmiert

Die katholische Kirche übt scharfe Kritik an der Empfehlung der Bioethikkommission für eine Reform des Strafrechts im Bereich Sterbehilfe. Der St. Pöltner Bischof Klaus Küng bezeichnete diese am Freitag gegenüber der Kathpress als "alarmierend" und warnte vor einem "Dammbruch". Küng ist in der Bischofskonferenz für Lebensschutz-Fragen zuständig.

"Töten - auch die Mithilfe beim Selbstmord - kann niemals Ausdruck von Liebe und Mitgefühl sein", so Küng. Alles sollte daran gesetzt werden, "dass der vorhandene Konsens in Österreich, Euthanasie konsequent abzulehnen, nicht unterminiert wird", betonte er. Er sieht einiges an begrifflichen Unschärfen in der Empfehlung, was auch ein Teil der Mitglieder der Bioethikkommission kritisiert habe. Acht der 25 Experten hatten sich in einer abweichenden Meinung gegen die Empfehlung ausgesprochen, ihnen dankte Küng.

Er ist selbst promovierter Mediziner und verwies denn auch "auf die im hippokratischen Eid begründete Aufgabe der Ärzte, zu heilen", so Kathpress. Es habe wohl jeder Arzt irgendwann erlebt, "wie jemand, der in einer Phase tiefer Depression sich das Leben nehmen wollte, zutiefst dankbar ist, weil ihn der Arzt getröstet bzw. durch rasches therapeutisches Eingreifen gerettet hat".

Positiv vermerkte Küng das einhellige Eintreten für den weiteren Ausbau der Palliativmedizin und der Hospizeinrichtungen. Auch die ebenfalls von der Gesamtheit mitgetragene Empfehlung, unverhältnismäßige medizinische Interventionen zu vermeiden und diesbezüglich eine größere Rechtssicherheit zu schaffen, sei "durchaus akzeptabel".

apa.at

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