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APA-Artikel 6. Februar 2015

Lausanner Ärztin nach Tod von Patient freigesprochen

Eine Lausanner Ärztin, die wegen fahrlässiger Tötung angeklagt war, ist am Donnerstag freigesprochen worden. Das Polizeigericht in Lausanne kam zum Schluss, dass der Ärztin kein Fehler vorgeworfen werden kann.

Im August 2010 war ein 59-jähriger Patient im Universitätsspital Lausanne (CHUV) an Blutungen gestorben. Seine Familie reichte in der Folge Klage ein. Der HNO-Assistenzärztin wurde vorgeworfen, zu spät eine Operation angeordnet zu haben.

Nach Ansicht des Richters hat die 31-jährige Ärztin jedoch fachgemäss gehandelt und das Protokoll befolgt. Der endgültige Entscheid, den Patienten sofort in den Operationssaal zu bringen, hätte nur der Chef der Ärztin fällen können, argumentierte der Richter. Er folgte deshalb dem Antrag der Staatsanwaltschaft und sprach die Ärztin frei.

Die Angehörigen bezeichneten das Urteil als "unfair und schockierend". Sie hätten vom Urteil nur erwartet, dass sie Antworten erhielten, doch das sei nicht geschehen, teilten sie mit. Sie hofften, dass sich durch diesen Fall beim CHUV etwas ändere.

Der 59-jährige Patient hatte rund eineinhalb Wochen nach einer Mandeloperation in der Nacht massive Blutungen erlitten. Er wurde ins CHUV gebracht. Dort wurde er von drei Ärzten betreut, darunter der 31-jährigen Assistenzärztin. Diese stellte fest, dass die Blutungen stoppten und brachte den Patienten deshalb trotz des Drängens seiner Angehörigen zunächst nicht in den Operationssaal.

Um 4.30 Uhr morgens bat die Ärztin ihren Chef, eine Operation vorzubereiten. Um 5.25 Uhr, noch vor der Operation, begann der Patient erneut zu bluten. Er verlor rasch das Bewusstsein und verstarb eine Stunde später trotz Herzdruckmassage.

apa.at

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