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APA-Artikel 3. Februar 2015

Fortschritt in Krebstherapie: "Überlebenden mehr Augenmerk widmen"

Durch die Fortschritte in der Krebstherapie gewinnt auch die Nachsorge immer mehr an Bedeutung. Mittlerweile könne die Medizin viele Betroffene in ein chronisches Stadium bringen, sie brauchen aber spezielle Betreuung: "Man muss den Überlebenden mehr Augenmerk widmen", forderte der Vizerektor der neuen Linzer Medizinfakultät, Ferdinand Hofstädter, am Dienstag in einer Pressekonferenz im AKh Linz.

Krebstherapie wird zunehmend interdisziplinärer. Im seit 2012 bestehenden TumorZentrum im Allgemeinen Krankenhaus (AKh) Linz arbeiten die Fachabteilungen daher gleichwertig zusammen. Anlässlich der jährlichen Zentrumskonferenz berichteten Onkologie-Primar Michael Fridrik, der Gynäkologie-Primar der Landesfrauenklinik, Peter Oppelt, und Hofstädter über die aktuellen Entwicklungen und zukünftigen Anforderungen. Angesichts dieser Fortschritte in der Grundlagenforschung freut man sich in Linz, künftig ein Uni-Spital zu haben: Das Kepler Klinikum werde "eine Riesenchance für alle onkologisch Tätigen", erwartet Fridrik. Hofstädter betonte die Notwendigkeit, dass Tumorzentren untereinander kooperieren und sich regelmäßig einer externen Zertifizierung stellen.

"Es gibt zielgerichtete Therapien, die die Chemotherapie langsam ablösen werden", so der Onkologie-Primar. Mittlerweile kenne man Moleküle und Antikörper, die gezielt - oft durch Mutationen bedingte - Schwachstellen von Krebszellen angreifen, anstatt alle Zellen, wie es herkömmliche Zellgifte machen. "Tumorzellen sind süchtig nach wachstumsfördernden Faktoren", wenn man ihnen diese entziehe, sterben sie, erklärte Hoftstädter. So können Signalempfänger auf der Zelloberfläche, die den Tumor zum Wachsen anregen, biochemisch blockiert werden. Bei einer speziellem Leukämieart habe man früher mit schwerer Chemotherapie zwei Jahre überlebt, heute könne man mit Tabletten ein normales Leben führen, nannte Fridrik ein anderes Beispiel.

Durch die Verbesserungen in der Therapie, gewinnt auch das Kapitel Nachsorge an Bedeutung: Man lege immer mehr Augenmerk darauf, wie es den Patienten später gehe, so Hofstädter. Ein Punkt dabei ist auch das Problem Krebs in der Schwangerschaft. Zwar könne bereits ab dem dritten Monat meist gut eine Chemotherapie gemacht werden, erklärte Fridrik, bei gezielten Therapien sei es aber schwieriger. Eine Studie habe zuletzt gezeigt, dass etwa ein Drittel dessen, was die Mutter erhält, beim Kind ankommt, berichtete Oppelt. Die Datenlage dazu sei aber weltweit noch schlecht.

apa.at

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