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APA-Artikel 3. Februar 2015

Spitalsärzte: Übergangsphase im Burgenland soll knapp gehalten werden

Im Burgenland erhalten Spitalsärzte derzeit in einer Übergangsphase trotz der Änderung der Ruhezeitenanordnung, die einen Reallohnverlust mit sich bringt, weiterhin den vollen Lohn. Diese Übergangsphase soll laut KRAGES-Geschäftsführer Rene Schnedl allerdings "sehr knapp" gehalten werden. Ein neues Arbeitszeitmodell könnte noch heuer beschlossen werden, so Gesundheitslandesrat Peter Rezar (SPÖ).

Vergangene Woche wurde in Wien nach mehreren Verhandlungsrunden das neue Arbeitszeitmodell für Ärzte in den Spitälern des Wiener Krankenanstaltenverbundes (KAV) präsentiert. Ärzte sollten demnach künftig nur noch 48 Stunden pro Woche arbeiten. Da dadurch aber gut bezahlte Nachtdienste wegfallen, werden die Grundgehälter erhöht. Im Burgenland werde man bis Juni ein Modell haben, "das durchgerechnet ist und passen sollte", sagte Schnedl bei einer Pressekonferenz in Eisenstadt.

Derzeit laufen bereits Verhandlungen mit der Ärztekammer. Im Burgenland geht es aber primär nicht um Gehalt, "sondern wir verhandeln in Anbetracht von Strukturen." Die im Juni präsentierte Lösung solle "auch zukunftsträchtig" sein. Laut Schnedl plane man von Haus aus nur mit 48 Stunden (pro Woche). Man passe nicht nur Strukturen an, sondern achte auch darauf, welche Aufgaben in Zukunft in welche Berufsgruppe fallen. Dann wisse man, wie viele Ärzte und wie viel Pflege- und Reinigungspersonal notwendig sei. "Das heißt Dienstpostenpläne werden in den nächsten Jahren neu geschrieben. Und das ist schon eine Strukturmaßnahme, die ganz anders greift, als über Gehälter zu reden", sagte der Chef der Burgenländische Krankenanstalten GmbH.

Auch Gesundheitslandesrat Peter Rezar (SPÖ) meinte, dass "unter dem Aspekt, dass wir spätestens bis 2021 die 48 Stunden erreichen müssen", es zu kurz gedacht wäre, wenn man "nur die Gehälter erhöht". Zwischenstationen auf diesem Weg würden nicht allzu viel bringen. "Es wird ohne eine strukturelle Änderung wahrscheinlich nicht möglich sein, sich den modernen Gegebenheiten anzupassen und da muss man über den Tellerrand hinausdenken", so Rezar. Er sei "überzeugt, dass unsere Planung, wirklich von den 48 Stunden auszugehen, die absolut richtige ist. Sonst müssen wir 2017 schon wieder verhandeln, dann würden wir den Verhandlungstisch gar nicht mehr verlassen."

Mit der neuen Regelung werden auch zusätzliche Ärzte notwendig sein. "Wir versuchen jetzt Dienstzeitmodelle zu simulieren, wo wir mit Vernunft agieren können und diese Anzahl der notwendigen zusätzlichen Ärzte auf einem gesunden Maß halten". Schnedl rechnet - "wenn wir die Diensträder reformieren" - mit etwa 20 bis 30 Ärzten bzw. mit 20 bis 25 zusätzlichen Ärzten, wenn man bei den Dienstzeiten noch etwas finden würde. Diese zusätzlichen Kräfte wolle man finden, indem man sie selbst ausbildet, denn "die langfristige Lösung geht nur über die Ausbildung", glaube er.

Für das Land bedeuten etwa 25 zusätzliche Ärzte weitere Kosten. Genaue Zahlen wollte Rezar zwar nicht nennen, sprach aber von einem "schönen Brocken, der zu bewältigen ist. Entscheidend wird sein, ob es uns gelingt, die anderen Rahmenbedingungen zu optimieren, Dienstplangestaltungen, Organisationsänderungen und Ähnliches", sagte der Landesrat. Laut Schnedl müsse man für einen Facharzt etwa 90.000 bis 120.000 Euro brutto rechnen.

apa.at

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