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APA-Artikel 29. Jänner 2015

Spitalsärzte - Kammer warnt vor Versorgungsengpässen

Die Ärztekammer warnt anlässlich der Diskussion über die Spitalsärzte-Gehälter vor Verschlechterungen im Gesundheitssystem. Die Reduktion der Arbeitszeiten in den Krankenhäusern werden zu Ärzteknappheit führen und damit die Belastung für den niedergelassenen Bereich verschärfen, so die Befürchtung von Vizepräsident Johannes Steinhart am Donnerstag auf einer Pressekonferenz.

Die Verringerung von 60 auf 48 Stunden Wochen-Arbeitszeit in den Spitälern bedeute ein Minus von 20 Prozent. Das bedeute mehr Patienten für die Arztpraxen. Der niedergelassene Bereich aber werde seit Jahren ausgedünnt. "Da entsteht ein Spalt, und in den rutschen die Patienten hinein", prophezeit Steinhart, der Kurienobmann für die niedergelassenen Ärzte ist. Nach Berechnungen der Kammer brauche es zumindest 1.300 zusätzliche Praxen mit Kassenvertrag. Zudem sei die Ärzteschaft in den Praxen "überaltert", mehr als die Hälfte der Mediziner seien über 55 Jahre alt und würden in den nächsten Jahren in Pension gehen.

Der Nachwuchs aber suche immer öfter das Weite, weil er andernorts bessere Rahmenbedingungen vorfände, so Steinhart weiter. Die Kammer drängt deswegen unter anderem auf die Finanzierung eines Lehrpraxen-Modells. Auch die Bürokratie in den Praxen habe mittlerweile "unerträgliche" Ausmaße angenommen, streifte Steinhart kurz auch die harte Kritik der Kammer an Systemen wie der elektronischen Gesundheitsakte ELGA.

In Sachen Finanzierung wiederum sei der Kostendämpfungspfad ein strategischer Fehler und widersinnig, denn gerade in wirtschaftlich schlechten Zeiten brauche es mehr Geld, da die Menschen eher krank würden. Mit Missfallen hat die Ärztekammer auch den Rechnungshofbericht zum Vermögensmanagement der Sozialversicherungen studiert. "Notgroschen" seien kein Problem, doch Krankenkassen seien "nicht als Investitionseinrichtungen gedacht", die insgesamt 3,8 Milliarden Euro auf der hohen Kante hätten. Für viele dringenden Verbesserungen im Sinne der Patienten "wäre Geld da", glaubt Steinhart, zumal die Deckelung vieler Leistungen ebenfalls eine Erschwernis für Ärzte und Patienten seien.

apa.at

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