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APA-Artikel 28. Jänner 2015

Klinik in Kiel weiter in der Kritik - Debatte um mehr Personal

Als Folge der Ausbreitung eines gefährlichen Keims gerät das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) in Kiel immer mehr unter Druck. Am Mittwoch wurden weitere Vorwürfe über angeblich seit Jahren bestehende Hygiene-Missstände und Personalmängel laut. Ex-Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) forderte, schnellstmöglich Landesmittel "für das dringend benötigte Personal bereitzustellen".

NDR 1 Welle Nord berichtete, etliche Male hätten Mitarbeiter Missstände der vom Keimbefall betroffenen internistischen Intensivstation angezeigt. Dabei sei es vor allem um zu wenige Fachkräfte auf der Station gegangen, weil Kollegen im Urlaub waren oder weil freiwerdende Stellen nicht besetzt wurden.

Seit Dezember ist bei 31 Patienten eine gegen fast alle Antibiotika resistente Form des Bakteriums Acinetobacter baumannii nachgewiesen worden. Zwölf dieser Patienten starben, bei drei von ihnen könnte der Keim die Todesursache gewesen sein. Mehr als ein Dutzend Patienten sind derzeit noch infiziert.

"Im Moment geht es darum, den Keim in den Griff zu bekommen", betonte Wissenschaftsministerin Kristin Alheit (SPD). Die vom UKSH zurate gezogenen Fachwissenschaftler aus Frankfurt hätten auch Hinweise zur baulichen Situation gegeben. Mittelfristig sei das Auslagern von Krankenhausbereichen in Container als Zwischenlösung eine Option. Das veraltete UKSH soll an den Standorten Lübeck und Kiel nach den Sommerferien für 520 Millionen Euro saniert und Neubauten errichtet werden. Geplantes Bauende ist derzeit 2021.

Das Klinikum erwirtschaftete 2013 ein Rekorddefizit von 38 Millionen Euro. Für 2014 soll das Minus laut "Kieler Nachrichten" mehr als 30 Millionen Euro betragen, offizielle Zahlen gibt es noch nicht. Die Gesamtschulden betrugen 2014 rund 160 Millionen Euro.

apa.at

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