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APA-Artikel 27. Jänner 2015

Pflege - Rasche Verhandlungen in Oberösterreich gefordert

Nach der Einigung auf ein neues Gehaltsschema für die oö. Spitalsärzte fordert nun das Pflegepersonal rasche Gespräche. "Wir könnten sofort starten", so der Betriebsratschef des AKh Linz, Branko Novakovic, in einer SPÖ-Pressekonferenz am Dienstag zur Ankündigung von LH Josef Pühringer (ÖVP), erst ab März zu verhandeln. Die gespag-Arbeitnehmervertretung will, dass mit Juli ein neues Schema kommt.

Die rund 23.000 oö. Pflegekräfte hätten in vielen Bereichen zu kämpfen, erklärte Novakovic. Eine Nachtdienstschwester für 30 Patienten beispielsweise sei "eine krasse Geschichte". "In einem guten System darf es diese Missstände nicht geben", betonte der Betriebsratsvorsitzende. "Die Arbeit im Gesundheitsbereich darf nicht krankmachen", unterstützt SPÖ-Landesparteichef LH-Stv. Reinhold Entholzer die Anliegen. Man habe bereits vor knapp einem Jahr darauf hingewiesen, dass der österreichische Personalschlüssel von 7,7 Kräften pro 1.000 Einwohner deutlich unter dem Durchschnitt 15 gemessener EU-Staaten von 8,9 liege.

Novakovic pocht auf ein Paket mit u.a. besseren Arbeitsbedingungen und einer gerechteren Entlohnung. Als Zielgröße nannte er NÖ und Vorarlberg, wo das Pflegepersonal rund 20 Prozent - laut seinen Berechnungen 400 bis 500 Euro - mehr verdiene als in OÖ. Es brauche in mehreren Bereichen eine Reform, sagte der Betriebsratschef. "Wir haben die historische Gelegenheit, das System neu aufzusetzen." Dass Pühringer den Februar dafür nützen wolle, Daten zu sammeln, und erst dann verhandelt werden soll, verstehe er nicht, so Novakovic. Den Vorstoß des landeseigenen Spitalsbetreibers gespag hält er für "sehr ambitioniert".

Dessen Zentralbetriebsratschef Harald Schwarzbauer verlangte in einer Aussendung eine rasche Einigung, da bereits viele ärztliche Tätigkeiten an andere Berufsgruppen übertragen würden. Seiner Meinung nach sollten die vereinbarten Verbesserungen in einem eigenen Gehaltsschema für alle Krankenhausbediensteten mit 1. Juli 2015 umgesetzt werden. Auch die Grüne Gesundheitssprecherin Ulrike Schwarz forderte in einer Aussendung, zügig ein neues Gehaltsschema für die Pflegekräfte umzusetzen - allerdings ohne ein Datum zu nennen. Es brauche entsprechende Arbeitsbedingungen, annehmbare Dienstpläne und eine faire Entlohnung, betonte sie.

apa.at

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