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APA-Artikel 26. Jänner 2015

Problem-Keime in Krankenhäusern

Das Gros der Keime, die in Krankenhäusern für Infektionen sorgen, sind normalerweise harmlose Bakterien, mit denen viele Menschen besiedelt sind. Für immungeschwächte Menschen können sie jedoch zur Gefahr werden.

Etwa 90 Prozent der Krankenhausinfektionen rühren von Keimen her, die mit einem Antibiotikum wirksam bekämpft werden können. Problematischer sind Erreger, die Resistenzen entwickelt haben. Das geschieht vermutlich unter anderem, weil Antibiotika in der Tiermast, aber auch bei Menschen zu häufig und nicht zielgenau verabreicht werden. Dadurch werden Antibiotika-empfindliche Bakterien abgetötet, während die Antibiotika-resistenten sich umso konkurrenzloser vermehren können.

Einige Erreger sind gegen eine Klasse von Antibiotika, immer mehr aber gleich gegen mehrere Klassen unempfindlich geworden. Damit stehen immer weniger Mittel zur Bekämpfung zur Verfügung. Die Entwicklung neuer Antibiotika hinkt dem bislang hinterher - unter anderem, weil die potenzielle Kosten-Gewinn-Bilanz von vielen Pharmafirmen als zu schlecht eingeschätzt wird.

Der Umweltkeim Acinetobacter baumannii und andere Arten aus dieser Bakteriengruppe entwickeln derzeit in zunehmendem und besonders ausgeprägtem Maße Resistenzen, die therapeutischen Möglichkeiten werden knapp. Bei Patienten verursachen die Erreger vor allem Pneumonien, Wundinfektionen und Sepsis.

In Deutschland spielt der Keim bisher eine vergleichsweise geringe Rolle, in vielen Ländern zählt er jedoch zu den wichtigsten Krankenhauskeimen überhaupt, vor allem auf Intensivstationen. Ausbrüche hierzulande gehen daher häufig auf Patienten zurück, die zuvor im Ausland behandelt wurden.

Die Übertragung erfolgt über direkten Körperkontakt oder indirekt über Gegenstände, aber auch über die Luft. Die Erreger können lange in trockener Umgebung überleben.

apa.at

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