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APA-Artikel 23. Jänner 2015

Gefährliche Keime in Kieler Klinik

Mit einem gefährlichen Bakterium haben sich zwölf Patienten im Universitätsklinikum (UKSH) in Kiel infiziert. Deshalb nehme der Campus Kiel zunächst keine künstlich beatmeten internistischen Notfallpatienten mehr auf, teilte das UKSH am Freitag mit. "Zur Eindämmung des Infektionsrisikos werden betroffene Patienten umgehend strikt isoliert", hieß es. Als Überträger werde ein Patient vermutet, der im Dezember aus dem Mittelmeerraum ins UKSH verlegt worden war.

Es handele sich um ein gegen vier Antibiotikagruppen resistentes Acinetobacter baumannii, das Lungenentzündungen, Harnwegsinfektionen, Wundinfektionen und Sepsis verursachen könne, teilte das Klinikum mit. Über den Gesundheitszustand der Infizierten wurde zunächst nichts bekannt. Ihre Behandlung ist erheblich erschwert, weil bei ihnen nur noch wenige Mittel überhaupt gegen eine Infektion helfen.

In Deutschland werden nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin jährlich mehrere Ausbrüche mit multiresistenten A. baumannii registriert. Meist waren die Erstinfizierten zuvor in ausländischen Kliniken behandelt worden oder Patienten mit chronischen Atemwegserkrankungen und A.-baumannii-Besiedlung. Die Übertragung erfolgt über direkten Körperkontakt oder indirekt über Gegenstände, aber auch über die Luft. Die Erreger können lange in trockener Umgebung überleben.

apa.at

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