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APA-Artikel 22. Jänner 2015

Fortpflanzungsmedizin: Katholische Verbände fordern Aufklärung

Die vier mitgliederstärksten Laienorganisationen der römisch-katholischen Kirche wollen das am Mittwoch im Nationalrat beschlossene neue Fortpflanzungsmedizingesetz nicht hinnehmen. "Wir fordern das Überdenken dieses Gesetzes und die Evaluierung aus der Sicht des Kindeswohls", sagte Gerda Schaffelhofer, Präsidentin der Katholischen Aktion Österreich (KAÖ), bei einer Pressekonferenz am Donnerstag.

Mitglieder der Allianz, die sich gegen die Einführung der Eizellenspende und der Präimplantationsdiagnostik (PID) wendet, sind neben der KAÖ die Arbeitsgemeinschaft katholischer Verbände (AKV), der Katholische Familienverband Österreichs (KFÖ) und die überkonfessionelle "aktion leben". Sie forderten bei der gemeinsamen Pressekonferenz eine umfassende Aufklärung und unabhängige Beratung der Betroffenen über die Chancen und Risiken in der Fortpflanzungsmedizin und wollen die Diskussion über das Gesetz aufrechterhalten.

Die Plattform hatte eine Social Media-Kampagne gegen das Gesetz geführt. Innerhalb von neun Tagen seien 1,3 Millionen E-Mails an die Abgeordneten verschickt worden, die jedoch großteils ignoriert worden seien, kritisierte Schaffelhofer. "Das Gesetz ist ein ethischer Dammbruch und zeigt: Embryonen haben keine Lobby", empörte sie sich. Sie befürchte, dass als nächster Schritt die Leihmutterschaft erlaubt werden könnte. Um das zu verhindern, forderte sie die Prüfung einer Verankerung des Verbots der Leihmutterschaft in der Verfassung. Gertraude Steindl, Präsidentin der "aktion leben" kündigte an, Jugendliche in Schulen verstärkt über die PID und die Eizellenspende informieren zu wollen und eine Homepage mit niederschwelligen Informationen bereitzustellen.

"Wir werden die psychologische Beratung für Eizellenspenderinnen einfordern", betonte auch Alfred Trendl, Präsident des KFÖ. Der Gynäkologe Johannes Huber kritisierte, dass die Gesetzesnovelle nicht dazu genutzt worden sei, um die In-vitro-Fertilisation sicherer zu machen, und forderte eine zentrale Dokumentationsstelle. Einen Appell für eine solche Einrichtung hat der Nationalrat am Mittwoch mittels Entschließungsantrag an die Bundesregierung gerichtet.

apa.at

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