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APA-Artikel 21. Jänner 2015

Organtransplantationen - Wartelisten wurden in Europa kürzer

In mehreren Staaten Europas hat sich die Warteliste für Organtransplantationen im vergangenen Jahr verkürzt. Laut der "Eurotransplant"-Organisation, über die Belgien, Deutschland, Kroatien, Luxemburg, Ungarn, die Niederlande, Slowenien und Österreich ihre Aktivitäten koordinieren und Spenderorgane austauschen, ging die Zahl der wartenden Patienten von 15.292 Ende 2013 auf 14.928 zurück.

In den Eurotransplant-Staaten wurde Ende 2009 die seit 2005 längste Liste mit 15.744 dringend auf ein Spenderorgan wartenden Patienten registriert. In Österreich warteten laut den Eurotransplant-Angaben Ende vergangenen Jahres 887 Menschen auf ein Spenderorgan. Ende 2013 waren es 956 Kranke gewesen, der Höchststand wurde Ende 2007 mit 1.116 Patienten gewesen.

2014 wurden in den Eurotransplant-Ländern 7.183 Organe von toten Organspendern Empfängern implantiert. Das waren etwa mehr als 2013 (6.896). Die seit 2005 meisten derartiger Operationen gab es 2010 mit 7.548. In Österreich, das im internationalen Vergleich regelmäßig einen der Spitzenränge auf diesem Gebiet einnimmt, gab es vergangenes Jahr 207 hirntote Organspender. 2013 waren es 187 gewesen. Vergangenes Jahr wurde mit 869 Transplantationen von Organen von toten Spendern im Zeitraum seit 2005 mit 869 Operationen ein Höchststand erreicht. Im Jahr zuvor waren es 818 gewesen. 2008 zum Beispiel nur 736. Inklusive der Organe von lebenden Spendern waren es vergangenes Jahr 946 solcher Eingriffe. (2013: 893), im Jahr 2005 nur 792.

Spanien hat vor wenigen Tagen mit 4.360 Organtransplantationen im vergangenen Jahr einen neuen nationalen Rekord gemeldet. Mit einem Anstieg der Spenderrate auf 36 pro Million Einwohner und Jahr sei das wieder der höchste Wert weltweit, teilte das Gesundheitsministerium mit. International lag Österreich mit im Jahr 2012 rund 22,5 Organspendern pro Million Einwohner in der internationalen Rangliste wieder weit vorn.

Seit vielen Jahren schlecht ist die Situation rund um die Organtransplantationen in Deutschland. 2012 und 2013 gab es jeweils Einbrüche um mehr als zehn Prozent. Im vergangenen Jahr kamen laut in Deutschland 10,7 Spender auf eine Million Einwohner. Im europäischen Vergleich rangiert das Land damit im unteren Drittel.

Die Bedarfsentwicklung für Organtransplantationen ist von mehreren Faktoren bestimmt. Einerseits fallen für solche Eingriffe immer mehr die früher angesetzten Altersgrenzen. Das gilt aber auch für die Verwendung von Organen hirntoter Spender. Auf der anderen Seite haben verbesserte Behandlungsmöglichkeiten für Patienten mit schweren chronischen Organleiden, zum Beispiel Personen mit chronischer Herzschwäche oder mit chronischen Lungenerkrankungen, zu positiven Veränderungen geführt.

In Sachen Lebertransplantationen könnten erst in jüngster Vergangenheit in die Therapie eingeführte neue Medikamente zur Behandlung der chronischen Hepatitis C, die im Leberversagen enden kann, in den kommenden Jahren eine bedeutende Verbesserung bringen. Erst vor wenigen Tagen ist in der EU ein weiteres dieser Arzneimittel des Pharmakonzern AbbVie mit der Kombination von mehreren Wirkstoffen (Ombitasvir/Paritaprevir/Ritonavir) in Tablettenform zugelassen worden. Die Ausheilungsraten bei Patienten mit chronischer Hepatitis C vom häufigen Genotyp 1 liegen laut klinischen Studien bei rund 95 Prozent.

apa.at

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