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APA-Artikel 16. Jänner 2015

150 Ärzte streikten am Klinikum Klagenfurt für mehr Geld

Rund 150 Ärzte sind am Freitag in der Früh dem Streikaufruf am Klinikum Klagenfurt gefolgt und haben zwei Stunden lang die Arbeit niedergelegt. Die Spitalsärzte verabschiedeten eine Resolution, sie verlangen weiterhin mehr an Gehaltserhöhung als das Land zu geben bereit ist. Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) meinte, die Forderung nach einem 30-prozentigen Plus komme einer "Utopie" gleich.

Die Versammlung der Mediziner fand von 7.00 Uhr bis 9.00 Uhr im Bereich der Ambulanz statt. Dabei wurde gefordert, dass insbesondere jüngere Ärzte ein stärkeres Gehaltsplus erhalten sollen als in dem vom Land Kärnten ausgearbeiteten Modell, das am Dienstag in der Regierung beschlossen worden ist. Vereinzelte Arbeitsniederlegungen gab es auch am Landeskrankenhaus in Villach, hieß es seitens der Krankenanstalten-Betriebsgesellschaft Kabeg.

Kaiser richtete am Freitag einen offenen Brief an Ärztekammerpräsident Josef Huber. Darin betonte er erneut, dass er alles versucht habe, um eine gemeinsame Lösung zu finden und die Ärztekammerfunktionäre stets zu den Verhandlungen eingeladen habe. Diese Angebote seien nicht in Anspruch genommen worden. Als Personalreferent sei er daher gezwungen gewesen, eine Verordnung auszuarbeiten, "um die bestmögliche Versorgung der Patientinnen und Patienten im Land sicherzustellen".

Das neue Gehaltsschema für die Ärzte entspreche eins zu eins dem steirischen Modell. Mehr als die nun beschlossenen 13,5 Millionen Euro seien angesichts der budgetären Möglichkeiten des Landes Kärnten nicht möglich gewesen. In der Steiermark haben sich Ärztevertreter und Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft KAGes vergangenen Oktober auf ein neues Gehaltsschema geeinigt. Dabei wird das bisherige Verhältnis Grundgehalt zu Journaldiensten von bisher 66 zu 34 Prozent auf 75 Prozent Grundgehalt zu 25 Prozent Journaldienste verschoben.

Konkret werden die Gehälter je nach Lohngruppe zwischen zehn und 18 Prozent erhöht. Das bedeutet für einen Turnusarzt ein Bruttogrundgehalt von 2.861 Euro (bisher 2.400), für einen Facharzt 4.800 Euro (bisher 3.600). In diesen Grundgehältern sind nun auch die jeweiligen "Ärztedienstzulagen 1" integriert worden. Dazu soll es auch eine Verbesserung der Ausbildungsqualität und eine Entlastung der ärztlichen Tätigkeit im Spital von Organisations- und Verwaltungsaufgaben geben. Fortbildungen sollen finanziell und durch Fortbildungstage und Sonderurlaub unterstützt, die Angebote in der Kinderbetreuung ausgeweitet, sowie der Wiedereinstieg nach der Karenz erleichtert werden.

apa.at

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