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APA-Artikel 16. Jänner 2015

D: Ärzte rechneten Beschneidungen falsch ab

Dutzende Ärzte in Deutschland sollen bei den Krankenkassen Beschneidungen falsch abgerechnet haben. In Rheinland-Pfalz waren es 15 Praxen, die Mediziner müssten nun gut 620 000 Euro Honorare zurückzahlen, sie seien Dokumentationspflichten nicht nachgekommen, teilte am Donnerstag die Kassenärztliche Vereinigung Rheinland-Pfalz mit. Sie bestätigte Recherchen des Radiosenders NDR Info. Auch in Niedersachsen kassierten Ärzte zu Unrecht Geld, dort werden rund 30 000 Euro zurückgefordert.

Der operative Eingriff bei Jungen erfolgt in der Regel ambulant. Krankenkassen bezahlen ihn nur, wenn er medizinisch notwendig ist und nicht etwa aus religiös-kulturellen Gründen vorgenommen wird. Nach Einschätzung des Gesundheitsökonomen Gerd Glaeske von der Universität Bremen haben die betroffenen Ärzte "ganz klaren Abrechnungsbetrug begangen", wie der Experte dem Sender sagte.

In Niedersachsen seien 401 Praxen überprüft worden, sagte Uwe Köster, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KVN). Bei zehn Praxen seien die Dokumentationen und Abrechnungsunterlagen nicht plausibel gewesen. Deshalb kam es Köster zufolge zu den Honorarrückforderungen von etwa 30 000 Euro. Einige Fälle seien an die Staatsanwaltschaft abgegeben worden.

In Rheinland-Pfalz liegen nach Angaben der KV dagegen keine Hinweise auf strafrechtlich relevantes Verhalten vor. Die Jahre 2006 bis 2014 seien überprüft worden.

Dem NDR-Bericht zufolge stellten auch die Kassenärztlichen Vereinigungen Nordrhein, Saarland und Schleswig-Holstein Auffälligkeiten in Abrechnungen fest.

apa.at

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