zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 15. Jänner 2015

Österr. Liga für Kinder- und Jugendgesundheit: Rauchverbot in geschlossenen Räumen zum Schutz der Kinder

Mit der Forderung von Gesundheitsministerin Oberhauser und Sportminister Klug nach einem generellen Rauchverbot in der Gastronomie wird nunmehr einer längst überfälligen Gesundheitsmaßnahme und dem wiederholten Appell vieler Organisationen, so auch der Österreichischen Liga für Kinder- und Jugendgesundheit, Rechnung getragen. Die Kinderliga begrüßt daher diese Initiative der Politik und unterstreicht insbesondere die Bedeutung des generellen Rauchverbotes aus Sicht der Kinder und Jugendlichen.

Rauchfreie Umgebung in geschlossenen Räumen als Kinderrecht gewährleisten

"Ein generelles Rauchverbot in der Gastronomie ist für uns daher auch eine Frage des Kinderschutzes. Kinder brauchen eine Vertretung und eine Stimme, wenn es um ihre Gesundheit und ihre Interessen geht. Ihr Wohl muss ein vorrangiges politisches Anliegen sein. Eine rauchfreie Umgebung zumindest in geschlossenen Räumen sollte für ein gesundes Aufwachsen daher als Kinderrecht jedenfalls gewährleistet sein." appelliert Prim. Dr. Klaus Vavrik, Präsident der Österreichischen Liga für Kinder- und Jugendgesundheit. Während Erwachsene die Wahl haben, ob sie in der Raucher- oder Nichtraucherzone eines Lokals Platz nehmen, haben Kinder diese Wahl nicht. Sie müssen mit ihren rauchenden Begleitpersonen mit und sind dem Tabakrauch schutzlos ausgesetzt, nicht nur in Lokalen, sondern auch im Auto oder im Wohnzimmer.

Es ist erwiesen, dass

- Säuglinge, Kleinkinder und Kinder beim Passivrauchen in geschlossen Räumen besonders gefährdet sind, weil sie mit jedem Atemzug relativ mehr Atemluft aufnehmen als Erwachsene - und damit mehr Giftstoffe.

- sie empfindlicher auf die Belastungen durch den Tabakrauch reagieren, weil sich ihr Körper noch in Entwicklung befindet und er die eingeatmeten Stoffe schlechter abbauen kann.

- sie häufiger an schweren Krankheiten wie Asthma, Atemwegerkrankungen, Lungenentzündung, Bronchitis oder anderen erkranken.

- etwa 20% des plötzlichen Kindstodes durch Passivrauchen erklärbar und andere chronische Erkrankungen wie Diabetes, erhöhter Blutdruck, Krebserkrankungen, Verhaltensauffälligkeiten, etc. als Spätfolgen darauf zurückzuführen sind.

- Kinder, wenn sie in verrauchten Innenräumen sein müssen, häufig über Kopfschmerzen, Übelkeit, Husten klagen.

- Kinder beim Passivrauchen zweimal höhere Werte an Cotinin (ein Abbauprodukt von Nikotin neben 4.800 andere Chemikalien) im Körper aufnehmen, als rauchende Erwachsene. 1)

Schon in der Schwangerschaft ist die indirekte Rauchbelastung ein erhebliches Gesundheitsrisiko für das Kind, da es zu deutlich erhöhten Zahlen an Tod- oder Frühgeburten, Placenta-Störungen sowie vermehrten Fehlbildungen kommt. Umfassende Rauchverbote in anderen Ländern konnten diese Raten signifikant senken.

Präventive Aktivitäten und Bewusstseinsbildung notwendig

Österreich hat die höchste Zahl an 15-jährigen Raucherinnen und Rauchern im Europa weiten Vergleich und liegt damit am bedauerlichen letzten Platz. Hier braucht es noch einiges an Bewusstseinsbildung und konkreter Maßnahmen, um eine substantielle Veränderung zu bewirken. Präventive Aktivitäten sollen sowohl die konkrete Zielgruppe - also die jungen Menschen selbst - aber auch deren Umwelt erreichen. Es ist bekannt, dass - neben dem Preis und der Verfügbarkeit - sowohl die soziale häusliche Situation, das elterliche "Vorbild" als auch etwa die Schulzufriedenheit großen Einfluss auf die späteren Raucherraten und Suchtentwicklung haben. "Insofern ist es eine Verantwortung der Erwachsenenwelt, sich um gute Bedingungen für das Aufwachsen ihrer Kinder zu sorgen und das selbst vorzuleben, was man von der nächsten Generation zukünftig erwartet", macht Vavrik bewusst.

Quellen: VIVID - Fachstelle für Suchtprävention, http://www.vivid.at/wissen/tabak "Health and Behavior in Schoolaged Children", kurz HBSC-Studie 2009 sowie "Gesundheit und Gesundheitsverhalten von österreichischen Schülern und Schülerinnen", Bericht des Ludwig Boltzmann Instituts Gesundheitsförderungsforschung, 2011.

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/10891/aom

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben