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APA-Artikel 15. Jänner 2015

Spitalsärzte - Mediziner fordern Entschuldigung von LH Kaiser

Im Streit um ein neues Grundgehaltsschema für die Kärntner Spitalsärzte verlangen die Mediziner nun eine Entschuldigung von Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ). Die Ärzte empören sich über Kaisers Parteifreund Klubobmann Herwig Seiser, der in der Debatte den "Kälbermarsch" von Bert Brecht zitiert hatte. Die Mediziner werden deshalb am Freitag bei einem Warnstreik zwei Sunden die Arbeit niederlegen.

"Die Notfallversorgung wird in den Spitälern der Krankenanstalten-Betriebsgesellschaft Kabeg selbstverständlich aufrechterhalten", sagte Ärztekammer-Präsident Josef Huber am Donnerstag zur APA. Ob der Streik von 07.00 Uhr bis 09.00 Uhr stattfinden wird oder von 08.00 bis 10.00 Uhr war vorerst offen. "Wir klären noch ab, was organisatorisch besser ist", erklärte Huber.

Den Streik ausgelöst hatte jedenfalls letztlich die Wortmeldung von Seiser. "Das Fass zum Überlaufen gebracht hat der abscheuliche und widerwärtige Sager", sagte Huber. "Hinter der Trommel her trotten die Kälber, das Fell für die Trommeln liefern sie selber", hatte Seiser mit Blick auf die Ärzte Brecht zitiert. "Die Ärzte sind keine willenlose, einem Führer folgende Herde. Die Kollegen haben eine angemessene Reaktion gefordert", sagte Huber.

Der Warnstreik richtet sich aber auch "gegen die Verordnung eines Gehaltsschemas durch den Landeshauptmann ohne die Zustimmung der Ärzte", erklärte Huber. Jungärzte würden in diesem Schema benachteiligt und unter Gebühr entlohnt. "Wenn dieses Schema kommt, ist zu befürchten, dass junge Mediziner weiterhin aus Österreich abwandern", sagte Huber.

Der Auslöser des Streiks, Klubchef Seiser, hat sich jedenfalls noch nicht bei den Ärzten entschuldigt. "Es geht im Gedicht Brechts nicht darum jemanden ins Nazi-Eck zu stellen, sondernd das Gegenteil ist der Fall", erklärte Seiser in einer Aussendung. Es sei ihm darum gegangen aufzuzeigen, "dass Ärztekammervertreter, die vor nicht all zu langer Zeit unter der Herrschaft der FPÖ in Kärnten gelitten haben, sich offensichtlich jetzt wieder genau von dieser FPÖ instrumentalisieren lassen, indem sie Verhandlungen und Lösungsvorschläge boykottieren und dabei den Blick für die Interessen der von ihnen zu vertretenden Ärztinnen und Ärzte vollends verlieren", so Seiser.

apa.at

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