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APA-Artikel 15. Jänner 2015

Gemeinden ohne Arzt?

Im Rahmen der diesjährigen Gesundheitsgespräche am 13. Jänner diskutierten Gesundheitsexperten zum Thema "Gemeinden ohne Arzt?".

Univ. Prof. Dr. Maier Manfred (Vorstand der Abteilung für Allgemeinmedizin der Med. Uni Wien) kritisierte, dass es seitens aller Regierungen nur Absichtserklärungen hinsichtlich der Stärkung der Primärversorgung gegeben hat, diese aber nach wie vor schwach sei. Er forderte daher eine Steuerung des Zugang zur Gesundheitsversorgung.

Mag. Monika Wild, Leiterin des Bereiches Gesundheits- und Soziale Dienste beim Österreichischen Roten Kreuz betonte die Wichtigkeit der gemeinsamen Fallbesprechung und Abstimmung der Hauskrankenpflege mit den Hausärzten und kritisierte die fehlende Honorierung bei den Ärzten dafür.

Dr. Pjeta Otto, ehemaliger Ärztekammerpräsident, betonte, dass vor allem die Anreize für die Jungmediziner nicht mehr gegeben sind. Das unternehmerische Risiko und die alleinige Verantwortung, besonders aber die entsprechende Honorierung der Leistungen schaffen keine Anreize, dass Jungmediziner Ärztepraxen und Kassenstellen übernehmen.

Dr. Baumgartner Dietmar, NÖ Ärztekammer, betonte, dass in NÖ in den nächsten 10 Jahren mehr als die Hälfte der Landärzte in Pension gehen. Er sieht keine Anzeichen einer Reaktion seitens der Politik. Die Akutverordnung und -weitergabe von Medikamenten in der Landpraxis würde den PatientInnen ein großes Anliegen sein.

Vizebürgermeister Ganitzer Johann aus Großarl berichtete von seiner Situation, einen Nachfolger für seinen Landarzt zu bekommen. Die Gemeinde stellt dem Arzt den Raum zur Verfügung, hilft bei der Suche eine Wohnraums, verzichtet auch in der ersten Zeit auf die Miete, gibt einige Anreize. Ihm ist jedoch klar, dass dies nur reichere Gemeinden können!

Die einhellige Meinung in der Diskussion war, dass eine Veränderung des Honorierungssystem und eine Strukturveränderung für die Effizienz der ländlichen Versorgung notwendig ist.

Landtagsabgeordneter Dr. Machacek Herbert forderte die Zuständigen im Land NÖ auf, dringend ein Konzept vorzulegen, damit dem drohenden Kollaps der ärztlichen Versorgung am Land entgegengewirkt wird. Von der Landeszielsteuerung ist diesbezüglich ja auch nichts zu hören.

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/16217/aom

apa.at

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