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APA-Artikel 13. Jänner 2015

D: Laumann und Gröhe fordern endlich Tariflöhne in der Altenpflege

Die Bundesregierung hat die Arbeitgeber in der Altenpflege aufgefordert, endlich überall Tariflöhne zu zahlen. Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Karl-Josef Laumann (CDU), kritisierte am Dienstag in Berlin, in der Krankenpflege werde bundesweit überdurchschnittlich bezahlt, in der Altenpflege unterdurchschnittlich.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) sagte, faire Löhne seien gerade in einem sogenannten Mangelberuf angebracht. Hier müsse auch anders über einen entsprechenden Personalschlüssel in der Pflege verhandelt werden. Wettbewerb in der Pflege dürfe sich nicht allein an der Frage festmachen, wer die billigsten Kräfte bekomme, sagte Laumann bei einem Festakt aus Anlass der Einführung der Pflegeversicherung vor 20 Jahren.

Laumann wie Gröhe kündigten an, die Ausbildung in den Pflegeberufen - also in Kranken- und Altenpflege - auf eine einheitliche Basis zu stelllen. Damit könnten sich die Pflegenden nach ihrer Ausbildung freier entscheiden, in welche Richtung sie gehen wollten. Zudem seien ihre Aufstiegsmöglichkeiten besser. Gröhe äußerte "ein klares Ja zur Generalistik" in der Ausbildung.

Die Bundesregierung strebe in den nächsten Jahren eine "echte gesellschaftliche Wende" in der Pflege an, erklärte Laumann. Was beim Aufbau der Betreuung von Kindern unter drei Jahren möglich gewesen sei, "muss vergleichbar auch bei Versorgung und Betreuung unserer Pflegebedürftigen möglich sein".

Die Regierung will in dieser Legislaturperiode die Pflegeversicherung ausbauen und den Begriff der Pflegebedürftigkeit neu festlegen. Laumann will bis Mitte des Jahres auch den sogenannten Pflege-TÜV auf eine neue Grundlage stellen. Die bisherigen Überprüfungen der Einrichtungen brächten durchschnittlich Noten zwischen 1 und 1,4. Das könne nicht stimmen.

Nordrhein-Westfalens Gesundheitsministerin Barbara Steffens (Grüne) kritisierte: "Durch den Reformstau der vergangenen Jahre auf Bundesebene droht die Pflegeversicherung selbst zum Pflegefall zu werden." Vor allem Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen warteten seit Jahren auf einen neuen Pflegebedürftigkeitsbegriff, sagte Steffens der Deutschen Presse-Agentur.

Mehr als jeder dritte Bundesbürger hat nach einer Umfrage der Privaten Krankenversicherung (PKV) einen Pflegefall in seinem persönlichen Umfeld. PKV-Direktor Volker Leienbach betonte: "Das Thema Pflege ist endgültig mitten in unserer Gesellschaft angekommen." Neben den rund 2,6 Millionen Pflegebedürftigen selbst sind auch fast 30 Millionen Menschen in deren Umfeld damit konfrontiert.

apa.at

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