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APA-Artikel 13. Jänner 2015

D: Mehr Zentren für schnelle Brustschmerz-Untersuchungen nötig

Bedeutet plötzliches Stechen in der Brust einen Herzinfarkt? Um Menschen mit unklarem Brustschmerz schneller richtig behandeln zu können, wollen Experten mehr spezielle Notaufnahmen aufbauen. Dort klären Kardiologen mögliche Ursachen rund um die Uhr und an 365 Tagen im Jahr ab. Die sogenannten Brustschmerz-Zentren fehlen bislang vor allem in östlichen Bundesländern und strukturschwachen Regionen, sagte der Kardiologe Thomas Münzel (Uniklinik Mainz) der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. Experten versprechen sich von der Notfallbehandlung in solchen Ambulanzen weniger Folgeschäden und erhöhte Überlebenschancen für Patienten.

Ziel sei es, die Zahl der von der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK) zertifizierten Zentren auf etwa 270 auszubauen, sagte Münzel. Das dauere noch zwei bis drei Jahre. Bislang gibt es rund 200 anerkannte Ambulanzen, vor allem an Kliniken. Patienten mit akutem und plötzlich auftretendem Schmerz in der Brust sind dort richtig. Solche Beschwerden treten allerdings nicht nur bei Herzerkrankungen auf. Auch Lunge, Speiseröhre oder schlicht Muskelverspannungen können die Ursache sein.

Um von der DGK anerkannt zu werden, müssen die Ambulanzen bestimmte Vorgaben erfüllen. Sie dürfen zum Beispiel nicht mehr als 15 Minuten von einem Herzkatheter-Labor entfernt sein: Mit Hilfe eines dünnen, flexiblen Schlauchs, der in Blutgefäße eingeführt wird, können Mediziner gezielt Herz und Herzkranzgefäße genauer untersuchen.

Die DGK zertifiziert Brustschmerz-Zentren seit 2008. Ihren Angaben zufolge deuten erste internationale Daten darauf hin, dass in Spezialzentren behandelte Patienten im Schnitt etwa kürzer im Krankenhaus liegen müssen. Mit gezielter Diagnose und Therapie würden demnach auch die Kosten sinken. Ursprünglich stammt das Modell aus den USA: Auch hierzulande werden sie daher oft als "Chest Pain Units" (CPU) bezeichnet.

apa.at

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