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APA-Artikel 13. Jänner 2015

Rauchen - Experten: Verkaufsverbot bis 18 eine von vielen Maßnahmen

Familienministerin Sophie Karmasin (ÖVP) will das Alterslimit für den Zigarettenverkauf auf 18 Jahre anheben. Österreichische Medizinexperten sprachen am Dienstag zu diesem Thema von einer von vielen möglichen Maßnahmen. Sozialmediziner Michael Kunze betonte, dass Zigarettenpreiserhöhungen am besten wirken. Der Umwelthygieniker Manfred Neuberger wünscht im Falle des Falles rigorose Kontrollen.

Der Wiener Sozialmediziner Kunze kann auf eine jahrzehntelange wissenschaftliche Arbeit rund um das Rauchen verweisen. "Das einzige, was junge Leute wirklich beeindruckt, ist der Preis. Preiserhöhungen für Zigaretten beschäftigen die Jugendlichen, weil sie beschränkte finanzielle Mittel haben. Es gilt weiterhin, dass eine Anhebung der Zigarettenpreise um ein Prozent über der Inflationsrate den Zigarettenkonsum generell um ein halbes Prozent senkt." Bei Jugendlichen sei der Effekt noch größer.

Vorsichtig kommentierte Kunze die möglichen Konsequenzen eines Verkaufsverbotes von Zigaretten an Personen unter 18 Jahre. "Man kann nicht dagegen sein. Aber es eine kosmetische Maßnahme. Viel wichtiger sind andere Maßnahmen." Eben unter anderem die Preispolitik.

Mehr erwartet sich der Wiener Umwelthygieniker und Proponent der Initiative Ärzte gegen Raucherschäden, Manfred Neuberger: "In der EU haben alle Länder außer drei Staaten das Alterslimit auf 18 Jahre angehoben. Diese Länder sind Österreich, Belgien und Luxemburg. (...) In Deutschland hat man zum Beispiel damit einen sehr schönen Rückgang beim Zigarettenkonsum gesehen. Das bringt aber nur dann etwas, wenn man mit Testkäufen etc. auch Kontrollen durchführt."

Eine noch nicht publizierte Studie des Instituts für Umwelthygiene der MedUni Wien mit der Befragung von österreichischen Schülern zwischen 13 und 15 Jahren habe "erschütternde" Daten erbracht, wie viele von ihnen aus Automaten oder von Trafikanten Zigaretten bezogen hätten. Und wenn man sich nur eine abgelaufene Kreditkarte von einem Erwachsenen nehme, könne man die als "Legitimation" bei den Automaten in Österreich verwenden. Man müsse eben dann bar zahlen. In etwa der Hälfte der EU-Staaten seien Zigarettenautomaten überhaupt verboten.

Ein solches Alterslimit, so Neuberger, sei jedenfalls "eine von vielen Maßnahmen". Andere seien zum Beispiel, dass man für Heranwachsende das Rauchen in der Öffentlichkeit nicht mehr so sichtbar mache und den Menschen aus dieser Altersgruppe nicht anzeige, dass Rauchen das "normale Erwachsenenverhalten" sei. In Großbritannien habe man vor vielen Jahren nicht nur das Alterslimit angehoben, sondern auch die Zigarettenpreise stark verteuert. "Die Jugendlichen mussten sich sozusagen entscheiden, ob sie sich ein Handy oder Zigaretten leisten." Das hätte damals gewirkt. Auf jeden Fall sei die Initiative der Bundesregierung für ein Rauchverbot in der Gastronomie zu begrüßen.

apa.at

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