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APA-Artikel 13. Jänner 2015

Ärztegehälter in Kärnten: Gräben tiefer denn je

Die nach wie vor aufrechte Weigerung des Landeshauptmannes, mit der Ärztekammer über die Erhöhung der Ärztegehälter zu verhandeln, hat absurde Folgen: Der Kärntner Landesregierung soll ein vom KABEG-Management einseitig ausgearbeitetes, sozial unausgewogenes Gehaltsmodell vorgelegt werden.

Das KABEG-Management hat in den vergangenen Wochen wiederholt versucht, entsprechend der starren Vorgabe des Landes ein und dieselbe Gesamtsumme für die Erhöhung der Ärztegehälter ohne irgendein substanzielles Entgegenkommen an die Ärzte in verschiedenen Verpackungen zu präsentieren.

Der letzte Entwurf der KABEG für ein neues Gehaltsmodell orientiert sich an der Gehaltsarchitektur der steirischen Landespitäler, die jedoch mit dem in Kärnten seit Jahrzehnten bestehenden Gehaltsschema nicht vergleichbar ist. "Die Vermischung dieser beiden Systeme würde bei den Gehältern zu sachlich nicht begründbaren Unterschieden unter den Spitalsärzten führen", erklärt Ärztekammer-Präsident Dr. Josef Huber.

So sollen nicht nur junge Ärztinnen und Ärzte (die ohnehin niedriger entlohnt werden) eine wesentlich geringere Gehaltserhöhung bekommen als ältere Ärzte. Selbst innerhalb homogener Ärztegruppen, insbesondere bei Fachärzten, würden sich die Erhöhungen gravierend unterscheiden. "Manche Fachärzte würden sogar eine drei Mal so hohe Erhöhung erhalten, als einige ihrer Facharzt-Kollegen", so Huber weiter.

Die Ärztekammer für Kärnten hat in einem kurzfristig am gestrigen Abend anberaumten Gespräch versucht, die KABEG-Führung von diesem ungerechten Vorschlag abzubringen und empfohlen, stattdessen eine gleichmäßige Erhöhung der Ärztegehälter vorzunehmen. "Dies ist leider nicht gelungen", zeigt sich Oberärztin und Betriebsrätin Dr. Petra Preiß enttäuscht.

Man muss daher davon ausgehen, dass die Kärntner Landesregierung diesen Vorschlag entgegennehmen und der Landeshauptmann einen Entwurf für die entsprechenden Änderungen des Landesvertragsbedienstetengesetzes in Auftrag geben wird.

Diese Vorgangsweise erhöht das Misstrauen der Ärztinnen und Ärzte gegenüber dem Land Kärnten und wird sicher nicht zu einer raschen Lösung der nach wie vor bestehenden, problematischen Versorgungssituation beitragen.

"Sie wird vermutlich die schon jetzt bestehende Unzufriedenheit der Spitalsärzte mit ihren Arbeitsbedingungen vertiefen und ihre Hoffnungen auf eine im Konsens geschaffene gerechte Entlohnung zerstreuen", so der Vizepräsident der Ärztekammer und Betriebsrat OA Dr. Ingo Kager abschließend.

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/13300/aom

apa.at

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