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APA-Artikel 9. Jänner 2015

D: Arznei ohne Rezept: Apothekerin muss Schadenersatz zahlen

Weil sie ein verschreibungspflichtiges Medikament ohne Rezept herausgegeben hat, muss eine Apothekerin einem Konkurrenten 1.099 Euro Schadenersatz plus Zinsen zahlen. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) am Donnerstag entschieden.

Apotheker dürften verschreibungspflichtige Medikamente generell nur bei Vorliegen eines Rezeptes herausgeben, hieß es. Das schütze die Patienten vor gefährlichen Fehlmedikationen. Nur in Notfällen dürfen Apotheker demnach ein solches Mittel ohne Rezept abgeben.

Die Apothekerin aus Baden-Württemberg war von einem Konkurrenten verklagt worden. Sie habe vor der Herausgabe des Mittels jedoch eine ihr bekannte Ärztin gefragt und das Rezept sei nachgereicht worden, verteidigte sie sich im Prozess.

Doch wie schon das Landgericht Ravensburg zuvor sah auch der BGH in dem Verhalten der Apothekerin einen Wettbewerbsverstoß. So lag den Richtern zufolge gar kein Notfall vor.

Es habe keine akute Gesundheitsgefahr bestanden, die Patientin habe erst einmal den ärztlichen Notdienst im Nachbarort aufsuchen können, hieß es. Und selbst wenn ein Notfall vorliege, brauche der Apotheker die Freigabe des behandelnden und nicht irgendeines Arztes.

apa.at

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