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APA-Artikel 7. Jänner 2015

Spitalsärzte - Teils Wartezeiten in oö. Ambulanzen

Die ersten Tage mit der neuen Arbeitszeitregelung haben sich in den oberösterreichischen Spitälern unterschiedlich niedergeschlagen. Der Akutbereich sei nicht betroffen, im Ambulanz- oder Operationsbetrieb könne es aber Auswirkungen geben, so der Tenor bei einem Rundruf der APA am Mittwoch. Teilweise werden auch Ambulanzschließungen in den Raum gestellt.

Aus dem Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Ried hieß es, es sei mit längeren Wartezeiten zu rechnen, zudem müsse die Zahl der Spezialambulanzen reduziert werden. Im Akutbereich sei allerdings mit keinen Einschränkungen zu rechnen. Wegen der Feiertage könne man aber noch nicht über repräsentative Erfahrungen berichten.

"Insgesamt ist es herausfordernd, eine gewisse Unruhe ist da", so der ärztliche Leiter des Krankenhauses der Elisabethinen in Linz, Stefan Meusburger. Er sieht das Hauptproblem vor allem im Verlust von Flexibilität: Wenn jemand ausfällt, könne nicht mehr einfach ein anderer länger bleiben. Verschiebungen bei Operationsterminen oder Ambulanzschließungen habe es bisher nicht gegeben. "Wir haben die Abteilungen aber ersucht, Bereiche herauszusuchen, wo man etwas tun muss." Das Haus habe sich gut vorbereitet, ob man damit das Auslangen finde, das werde sich Anfang Februar zeigen.

Bei den Barmherzigen Schwestern in Linz wies man darauf hin, dass es bei Operationsterminen und in den Ambulanzen zu Verzögerungen kommen könne, es sei aber keine Ambulanz geschlossen worden. Der Akutbereich sei "überhaupt nicht beeinträchtigt". Letzteres wurde auch aus dem Klinikum Wels-Grieskirchen versichert. Es waren weniger Ärzte im Dienst, es sei aber noch zu früh, um etwas über die Auswirkungen zu sagen.

Im Krankenhaus Barmherzige Brüder in Linz waren nach Spitalsauskunft die Auswirkungen des neuen Arbeitszeitgesetzes bisher kaum spürbar: Es seien derzeit alle ärztlichen Dienstposten besetzt und die Einhaltung einer wöchentlichen Arbeitszeit von maximal 48 Stunden sei schon früher größtenteils eingehalten worden. Die Terminvergabe in den Ambulanzen sei im Vorfeld entsprechend organisiert worden.

Der Landesspitalsträger gespag berichtete, es sei bisher zu keinen längeren Wartezeiten durch die Arbeitszeitregelung gekommen - höchstens durch ein erhöhtes Aufkommen von verletzten Wintersportlern in den Gipszimmern. Man habe die Dienstpläne der neuen Regelung gemäß erstellt und müsse nun abwarten, wie sich die Sache entwickelt.

Das Linzer Unfallkrankenhaus der AUVA hatte bereits bisher eine Höchstarbeitszeit von 46 Stunden und ist daher von der Umstellung nicht betroffen. Derzeit sei auch noch kein Zustrom von Patienten anderer Häuser zu bemerken, so Bernhard Albert von der AUVA-Landesstelle Linz. Bis Februar oder März könne die Situation aber "prekär" werden, denn das UKH teilt sich die unfallchirurgische Versorgung etwa halbe-halbe mit dem Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Linz (AKh). Von dort wurde am Mittwoch "normaler Ambulanzbetrieb" gemeldet.

Oberösterreich und Kärnten sind die einzigen Bundesländer, die als Spitalserhalter noch keine Regelung mit den Ärzten zur Umsetzung des seit 1. Jänner geltenden neuen Arbeitszeitgesetzes gefunden haben. Auch für das Wiener AKH fehlt noch eine Regelung. Deshalb arbeiten Ärzte in den betroffenen Spitälern nur noch die vorgeschriebenen 48 Stunden pro Woche (in 17 Wochen Durchrechnung) und nicht mehr bis zu 72 Stunden. Die opt-out-Regelung für befristete längere Dienstzeiten wird dort von den meisten Ärzten abgelehnt, solange die Grundgehälter als Ausgleich für die wegfallenden Überstunden bzw. Nacht- und Wochenenddienste nicht erhöht werden.

apa.at

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