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APA-Artikel 22. Dezember 2014

Spitalsärzte - Runder Tisch in Tirol: Arbeitskreis und Appell

Die auch in Tirol intensiv geführte Debatte um das neue Ärztearbeitszeitgesetz hat am Freitag zu einem Runden Tisch im Innsbrucker Landhaus geführt. Die Sitzung endete unter anderem mit der Ankündigung des Landes, ab Jänner 2015 in "seriöse Detailgespräche mit den Systempartnern" zu gehen. Ein erster Zwischenbericht soll bis Juni 2015 vorliegen, erklärte Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg (ÖVP).

Zudem werde gemeinsam appelliert, die sogenannte "Opt-out"-Regelung durch Abschluss von Betriebsvereinbarungen grundsätzlich zu öffnen und damit den Ärzten die Einzelentscheidung für eine Übergangsregelung zu ermöglichen, teilte das Land nach der Sitzung mit den Ärztevertretern und den Krankenhausträgern in einer Aussendung mit. Ab 1. Jänner 2015 können Mediziner nur noch mit ihrer schriftlichen Zustimmung länger als durchschnittlich 48 Stunden pro Woche arbeiten. Stimmen die Ärzte zu, dann beträgt die wöchentliche Arbeitszeit ab 2015 bis zu 60 Stunden, ab 2018 bis zu 55 Stunden. Aus Ärzte- und Betriebsratskreisen waren in den vergangenen Wochen massive Unmutsbekundungen laut geworden.

"Wir nehmen die Sorgen der Ärzteschaft sehr ernst. Es ist unser gemeinsamer Wille, alle Maßnahmen zu setzen, um die bisherigen ausgezeichneten ärztlichen Versorgungsstandards aufrecht zu erhalten", erklärte der Gesundheitslandesrat. Ein so komplexes Thema, wofür der Bundesgesetzgeber eine Übergangsfrist von sechseinhalb Jahren eingeräumt habe, könne nicht innerhalb weniger Tage oder Wochen erledigt werden.

Um die konkreten Auswirkungen des Krankenanstalten-Arbeitsgesetzes zu erfassen, würden sich im kommenden Jahr Arbeitsgruppen unter anderem mit den folgenden Themen beschäftigen: Dem transparenten Vergleich der Gehaltsschemata innerhalb der vielfältigen Tiroler Spitalslandschaft, dem Einbezug der angrenzenden Länder in die vergleichende Betrachtung von Gehaltsschemata, der übergreifenden Betrachtung von Lösungsansätzen zur Neuregelung des Krankenanstalten-Arbeitsgesetzes in anderen Bundesländern.

apa.at

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