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APA-Artikel 22. Dezember 2014

Ärztegehälter: Ärztekammer wird Verhandlungen genau verfolgen

Die Bundeskurie Angestellte Ärzte der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) wird die Verhandlungen um Gehälter und Arbeitsbedingungen der Spitalsärztinnen und -ärzte in den einzelnen Bundesländern weiterhin genau im Auge behalten. In der Steiermark und nun auch in Salzburg habe man sich bereits auf marktkonforme Gehälter geeinigt.

In anderen Bundesländern müsse aber noch intensiv verhandelt werden, um dieses Niveau zu erreichen, so ÖÄK-Vizepräsident und Obmann der Bundeskurie Angestellte Ärzte Harald Mayer. "Wir bereiten uns auf koordinierte Aktivitäten vor, um die Versäumnisse der Politik in den noch ausständigen Bundesländern aufzuzeigen, in erster Linie geht es um Informationsschwerpunkte in- und außerhalb der Spitäler." Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeits- und Einkommensbedingungen der Spitalsärzte seien nicht nur in ausgewählten, sondern in allen Bundesländern Österreichs "überfällig und unerlässlich und nicht zuletzt im Interesse der Patientensicherheit", so Mayer am Montag in einer Aussendung.

Bekanntlich ist die Situation in manchen Bundesländern noch immer nicht geklärt, obwohl seit Wochen verhandelt wird. Mayer: "Die Politik will dort diese für die österreichische Gesundheitsversorgung so wichtige Frage ganz offensichtlich weiter verschlampen und verwurschteln. Das ist unfassbar. Seit mehr als zehn Jahren wurde die Entwicklung verschlafen, die Politik hat auf die EU-Arbeitszeitrichtlinie mit Vogel-Strauß-Taktik reagiert anstatt langfristig zu planen. Es kann nicht sein, dass manche Politiker allen Ernstes die systematische Ausbeutung der Ärzte als Problemlösung sehen."

Die mit den neuen gesetzlichen Arbeitszeitregelungen verbundene Verkürzung der Arbeitszeit auf eine maximale Wochenarbeitszeit von 40 Stunden plus höchstens acht Überstunden soll nicht dazu führen, dass Ärzte weniger verdienen. Spitalsärzte fordern daher eine marktkonforme, international wettbewerbsfähige Bezahlung, indem die Grundgehälter erhöht werden.

Rasche, vernünftige Lösungen seien auch im Interesse der Patientinnen und Patienten, so Mayer weiter: "Wenn in einem Spital ab 1. Jänner nur noch Dienst nach Vorschrift gemacht wird, dann wird sich das auf die medizinische Versorgung auswirken." Dienst nach Vorschrift bedeute, dass die Ärzte vorgeschriebene Ruhepausen endlich einhalten und nur noch 40 + 8 Stunden wöchentlich zur Verfügung stehen würden. Not- und Akutfälle würden selbstverständlich weiterhin behandelt, allerdings würden Spitalsambulanzen leiden oder auch bereits geplante Operationen verschoben werden. Hier bedürfe es umfassender Information auch der Patientinnen und Patienten; diese hätten ein Recht zu erfahren, warum sich die Wartezeit auf eine Operation dramatisch verlängere.

Der Spielball liege nun bei der Politik. "Die Steiermark und auch Salzburg haben uns gezeigt, dass es auch anders geht. Vielleicht erleben wir ja doch noch ein Weihnachtswunder", so Mayer abschließend. (slv/ms)

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/162/aom

apa.at

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