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APA-Artikel 15. Dezember 2014

Patientenverfügung - Verbreitung stagniert bei vier Prozent

Die Patientenverfügung ist unter den Österreichern zwar bekannt, nur rund vier Prozent haben aber tatsächlich eine solche für sich errichtet. Das geht aus einer Studie hervor, die am Montag von Experten im Gesundheitsministerium diskutiert wurde. Unter anderem mangle es an Information, so der Tenor. Plädiert wird im Sinne der Selbstbestimmung für einen offenen Dialog.

Mit einer Patientenverfügung wird eine bestimmte medizinische Behandlung vorweg abgelehnt. Diese Erklärung soll für den Fall gelten, dass sich der Patient nicht mehr wirksam äußern kann. Das seit 2006 gültige Gesetz sieht zwei Varianten vor: Zum einen kann sie verbindlich, zum anderen nur "beachtlich" sein.

Bereits 2009 wurde eine Studie zu der Thematik durchgeführt worden, heuer wurde sie am Institut für Ethik und Recht in der Medizin an der Universität Wien wiederholt. Demnach haben 76 Prozent der telefonisch Befragten von der Möglichkeit einer Patientenverfügung gehört (2009: 58 Prozent).

Auffallend ist aber, dass nur 4,1 Prozent der in Österreich lebenden Bevölkerung tatsächlich eine Patientenverfügung für sich errichtet haben. Gegenüber 2009 hat sich also fast nichts verändert, damals waren es knapp unter vier Prozent. Zum Vergleich: In Deutschland haben sich rund 15 Prozent zu einer Patientenverfügung entschlossen.

Die Ursachen laut den Studienautoren: Aufseiten der Angehörigen der Gesundheitsberufe mangelt es an Information über die Patientenverfügung, ebenso wie an einem Bewusstsein für deren Bedeutung. Um die Selbstbestimmung der Patienten und den reibungslosen Arbeitsalltag für die Gesundheitsberufe zu gewährleisten, werde es nötig sein, die Patientenverfügung in einen Dialog auch mit den bei der Errichtung der Patientenverfügung eingebundenen Personen (Ärzte, Notare, Rechtsanwälte) einzubetten, heißt es.

apa.at

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