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APA-Artikel 11. Dezember 2014

Spitalsärzte - Ärztekammer fordert marktgerechte Gehälter

Die Bundeskurie der Angestellten Ärzte der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) unterstützt "in vollem Umfang und mit den zu Gebote stehenden Mitteln" die Forderungen der Länderkammern nach einer Anhebung der ärztlichen Grundgehälter in den Spitälern. Die Dienstgeber seien aufgefordert, wettbewerbsfähige und marktkonforme Gehälter zu bezahlen, hieß es im Rahmen der Kuriensitzung am Donnerstag.

Dies könne aber nur ein erster Schritt zu einer umfassenden Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Spitälern sein, die den neuen Anforderungen gerecht würden und österreichische Mediziner an einer Abwanderung hinderten, stellt die Interessenvertretung der Spitalsärzte vor dem morgigen Ärztekammertag klar. Mit dem neuen Arbeitszeitgesetz dürfen Spitalsärzte befristet bis 2021 nur noch dann länger als 48 Stunden pro Woche arbeiten, wenn sie sich schriftlich damit einverstanden erklären. Ihnen drohen durch die kürzeren Arbeitszeiten aber Gehaltseinbußen, da das Einkommen der Spitalsärzte zu einem großen Teil über Nacht-, Feiertags- und Wochenenddienste zustande kommt. In den Bundesländern wird daher über einen Ausgleich verhandelt.

Kurienobmann und ÖÄK-Vizepräsident Harald Mayer begründete die Forderung nach einer Erhöhung der Grundgehälter und allgemein besseren Arbeitsbedingungen damit, dass man die massive Abwanderung der Jungmediziner stoppen müsse. Insgesamt verliere Österreich von rund 1.300 Absolventen jährlich rund die Hälfte der Jungmediziner an das Ausland oder einen anderen Beruf. Der Steuerzahler verliere pro abhanden gekommenem Arzt 400.000 Euro, die seine Ausbildung gekostet hat. "In Summe sind das jährlich rund 250 Millionen Euro", rechnete Mayer in einer Aussendung vor. "Fragt sich, ob sich der Staat diese Fehlentwicklung leisten will und kann."

apa.at

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