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APA-Artikel 5. Dezember 2014

Oö. Ärzte 2 - Pühringer: Aufgaben zu Pflege verlagern

Der oö. LH Josef Pühringer (ÖVP) hält es in der Diskussion um das Ärztearbeitszeitgesetz für notwendig, Aufgaben zur Pflege zu verlagern. Die landeseigene Spitalsbetreiberin gespag arbeitet derzeit nach eigenen Angaben an "hausindividuellen Lösungen". Andere Träger gaben sich nach der Ankündigung der Mediziner, ab Jänner maximal 48 Stunden zu arbeiten, eher schweigsam.

Die Ärztekammer warnte am Freitag davor, dass man im Spitalsbetrieb künftig nicht mehr alle Leistungen erbringen könne und während der Kerndienstzeiten weniger Personal anwesend sein werde. Grund sei, dass ab Jahresbeginn mit der neuen Höchstarbeitszeit von 48 - statt bisher 60 - Stunden disponiert werde und kaum ein Arzt länger arbeiten wolle.

Auf die Frage, ob es damit künftig Einschränkungen wie kürzere Ambulanzzeiten, Auslagerung von Leistungen oder längere OP-Wartelisten geben werde, teilte die gespag mit, die Sicherstellung einer qualitativ guten medizinischen Versorgung sei auch nach dem 1. Jänner oberstes Ziel - aber auch eine "große Herausforderung". Derzeit werde mit den Führungskräften "sehr intensiv an hausindividuellen Lösungen" gearbeitet.

Man setzt auf eine enge Zusammenarbeit zwischen den zehn Standorten, Verlagerung von ärztlichen Tätigkeiten zu anderen Berufsgruppen und Optimierungen des Dienstplanes. "Die gespag verfügt über hoch qualifiziertes Pflegepersonal, das mit größtem Engagement die rechtlich möglichen Tätigkeiten übernimmt. Das hilft sehr", heißt es in einer offiziellen Stellungnahme. Allerdings sei auch eine Bereitschaft der Mediziner erforderlich, um die nötigen Maßnahmen bewältigen zu können.

Eher dürftig fiel die Rückmeldung der anderen Spitäler aus: "Wir wollen den Gesprächen, die nächste Woche mit dem Land Oberösterreich diesbezüglich stattfinden, nicht vorgreifen", so Doris Nentwich, Pressesprecherin der OÖ. Ordensspitäler Koordinations GmbH. AKh-Direktor Heinz Brock war am Freitag für die APA nicht zu erreichen.

"Ich gehe davon aus, dass alle Beteiligten sich ihrer Verantwortung bewusst sind", so der Landeshauptmann im Vorfeld der Gespräche. Es gehe jetzt darum, einen Zeitraum für die Verhandlungen zu definieren. Vorerst solle es eine Zwischenlösung geben, am Schluss müsse dann eine "faire und ordentliche Lösung für alle Beteiligten" stehen. Pühringer sieht die Notwendigkeit, dass Aufgaben zur Pflege verlagert werden und will "auch eine Attraktivierung in diesem Bereich diskutieren".

FPÖ-Gesundheitssprecherin Brigitte Povysil findet es bedenklich, dass andere Berufsgruppen strenge Arbeitszeiten und Ruheregelungen haben, Ärzte aber nicht. Es stelle sich die Frage, "ob Turnusärzte wirklich für 15 Euro brutto in der Stunde dem existenziellen, verantwortungsvollen, hoch spezialisierten und auch gefährlichen Beruf des Arztes nachgehen sollen". Sie verlangte von Pühringer "ein sofortiges Maßnahmenpaket zu einer verbesserten und familienfreundlichen Gestaltung der Arbeitsbedingungen" von Medizinern.

apa.at

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