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APA-Artikel 4. Dezember 2014

Spitalsärzte 2 - Salzburgs Finanzreferent kontert Ärztekammer

Die Positionen bei den Verhandlungen zwischen dem Land Salzburg und den Spitalsärzten über ein neues Gehaltsschema an den Salzburger Landeskliniken (SALK) sind nach wie vor verhärtet. "Für überzogene Forderungen, die kurz- und langfristig die finanziellen Möglichkeiten sprengen, bin ich nicht zu haben", reagierte Finanzreferent Christian Stöckl (ÖVP) auf die Aussagen der Ärztekammer am Mittwoch.

"Es bringt nicht sehr viel und ist schlichtweg unverantwortlich, ständig Öl ins Feuer zu gießen und sich über den drohenden Flächenbrand zu beschweren. Es ist mir vollkommen klar, dass es für die Ärztinnen und Ärzte an den Salzburger Landeskliniken - und in der Folge für die Ärzteschaft in den anderen Salzburger Spitälern - ein neues, transparentes und attraktives Gehaltsschema geben muss. Daran wird derzeit intensiv und lösungsorientiert gearbeitet. Mit dem Angebot, dass wir am Dienstag den Vertretern der Salzburger Ärztekammer und den Ärztinnen und Ärzten in den SALK unterbreitet haben, liegen wir im Vergleich zu den anderen Bundesländern im Spitzenfeld", sagte LHStv. Stöckl, der auch Gesundheits- und Spitalsreferent ist.

Das Gehaltsschema des Salzburger Unfallkrankenhauses (UKH) sei für das Land finanziell nicht darstellbar, weil das UKH ein eingeschränktes Leistungsspektrum habe, erklärte Stöckl. In den SALK müsse dagegen die gesamte Palette an medizinischen Leistungen angeboten und finanziert werden. "Und dass es für jene Teile des fachärztlichen Kaderpersonals, das nicht in das neue Gehaltsschema übertritt, kein Angebot gibt, entspricht nicht den Tatsachen." Er habe zugesagt, dass es für diese Ärzte eine entsprechende Abfederung geben werde. "Aber auch dabei hat es sich in den Verhandlungen gezeigt, dass den Funktionären der Ärztekammer immer zu wenig ist - ohne selber konkrete Lösungsvorschläge zu haben."

Es sei ihm ein Rätsel, warum die Vertreter der Ärztekammer auch bei einem Gehaltssystem mit höheren Einstiegsgehältern und abgeflachter Gehaltskurve Kritikpunkte finden würden. "Sie bejahen zwar die höheren Einstiegsgehälter, wollen aber eine ansteigende Gehaltskurve wie im derzeitigen System. Das kann und wird es nicht geben. Mit dem geplanten Modell setzen wir eine entsprechende Regelung der EU um, bevor uns das nächste Verfahren droht. Zudem entsprechen wir damit auch den Wünschen und Vorstellungen, wie sie heutzutage in so gut wie allen Berufen vorherrschen", betonte Stöckl.

Was den prognostizierten Ärztemangel angehe, sei die Bundesregierung gefordert, endlich Maßnahmen zu setzen, die Ärzte von einfachen medizinischen und bürokratischen Aufgaben entlasten. Außerdem sei der Zustrom zu den heimischen Medizin-Universitäten nach wie vor ungebrochen, erklärte Stöckl. Der aktuelle Ärztemangel sei hauptsächlich dadurch entstanden, weil EU-weit auf die 48-Stunden-Regelung umgestellt werde, wodurch wesentlich mehr Ärzte benötigt würden. "Aber auch diese Problematik wird sich - wenn die Umstellung flächendeckend erfolgt ist - wieder auf ein erträgliches Maß einpendeln."

apa.at

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