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APA-Artikel 2. Dezember 2014

Spitalsärzte - Weiter große Differenzen bei Verhandlungen in Salzburg

Die Verhandlungen zwischen dem Land Salzburg und den Spitalsärzten über ein neues Gehaltsschema an den Salzburger Landeskliniken sind gehörig ins Stocken geraten. Eine weitere Runde am Dienstagvormittag ist ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Zumindest in Teilbereichen gab es eine Annäherung. Geplatzt sind die Gespräche aber noch nicht, demnächst soll weiterverhandelt werden.

Finanzreferent LHStv. Christian Stöckl (ÖVP) sprach nach der heutigen Runde gegenüber der APA von "völlig überzogenen Forderungen" der Ärzteschaft. "Wir können nicht irgendwelche Traumgagen zahlen, die das System nicht hergibt. Die Vorstellungen sind in der Höhe nicht verantwortbar, sie würden das System an die Wand fahren." Für die Ärzte ist das Land nicht weit genug entgegengekommen. Ärztekammerpräsident Karl Forstner möchte gerne 13 Millionen Euro mehr, Stöckl hingegen hat sein ursprüngliches Angebot von 8 auf 9,5 Mio. Euro nachgebessert.

Die Spitalsärzte wollen sich am Modell der Steiermark orientieren. Während Stöckl heute sagte, dass sein Vorschlag mit dem steirischen System "absolut vergleichbar" sei, bewertet das Forstner ganz anders. "Wenn man sich die Details betrachtet, sieht man, dass die Salzburger Ärzte das nicht erreichen würden." Seinen Angaben zufolge mache der Landes-Vorschlag überhaupt nur 5,5 Mio. Euro aus, weil der Rest andere Ausgleichszahlungen betreffe. Stöckls Replik darauf: "Die Funktionäre, ich sage ganz bewusst Funktionäre, sind heute komplett ohne Zahlen in die Verhandlungen gegangen."

Forstner passen aber auch andere Details im Landesvorschlag nicht. So könne man in der Steiermark als erster Oberarzt die höchste Gehaltsstufe erreichen. In Salzburg müsse man zusätzlich noch Universitätsprofessor sein. "Es ist aber kein einziger Arzt des Mittelbaus Universitätsprofessor", so Forstner. Hier zeigte sich Stöckl kompromissbereit. Er werde diese Anregung noch einarbeiten, damit die klinische Laufbahn in Relation zur Uni-Laufbahn aufgewertet werde.

"Sehr verwundert" war der Kammerpräsident auch über die Aussage, dass sich das Land beim Gehaltsniveau am österreichischen Mittelfeld orientieren wolle. "Es ist aber nicht so, dass die Lebenshaltungskosten in Salzburg besonders niedrig wären, ganz im Gegenteil, Salzburg ist das teuerste Bundesland", so der Präsident. Stöckl sagte, er habe sich am Montag mit den meisten Landesfinanzreferenten abgestimmt. Salzburg liege bei den Arztgehältern durchwegs im oberen Bereich.

Begrüßt wird von der Ärzteschaft dafür die angebotene Gehaltsverbesserung für Jungärzte. "Das tragen wir mit, weil wir Leute anwerben können müssen. Allerdings ist es auch notwendig, Fachärzte zu halten, und dazu muss man ihnen langfristige Perspektiven bieten." Deshalb müsse es eine Reform für alle Ärzte werden.

Vereinbart wurde heute schließlich, dass Stöckl einen weiteren Gesprächstermin innerhalb der nächsten zwei Wochen anbieten wird. Stöckl wird noch einmal nachrechnen und ein Angebot vorlegen. Die Verhandler werden heute Nachmittag die Kollegen über den Stand der Gespräche informieren, die Ärzte wollen anschließend die weitere Vorgangsweise besprechen. Forstner rechnet aber nicht damit, dass heute arbeitsrechtliche Maßnahmen beschlossen werden. "Ich kann dem Gespräch zwar nicht vorgreifen. Aber solange es eine Gesprächsbereitschaft auf Dienstgeberseite gibt, halte ich einen Streik nicht für zweckmäßig." Außerdem würde ein solcher vor allem die Patienten treffen, und das könne nicht das Ziel der Ärzteschaft sein.

apa.at

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