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APA-Artikel 1. Dezember 2014

Mückstein zu Welt-Aids-Tag: Kampagnen gegen Diskriminierung nötig

Die gesellschaftliche Akzeptanz von HIV und AIDS hinkt stark hinter dem medizinischen Fortschritt hinterher. Obwohl durch die modernen Therapiemöglichkeiten eine HIV-Infektion zu einer chronischen Erkrankung geworden ist, berichten die Betroffenen von Diskriminierungen in vielen Lebensbereichen, so zum Beispiel im Berufsleben.

Es beginnt bereits bei der Arbeitssuche. Datenschutzverletzungen und ungerechtfertigte Fragen zum HIV-Status im Bewerbungsverfahren führen zu HIV-bedingten Nichteinstellungen. Das Fragerecht des Dienstgebers bezieht sich ausschließlich auf die Eignung zur Leistungserbringung und nicht auf einzelne Krankheitsbilder. Die Intim- und Privatsphäre der (potenziellen) ArbeitnehmerIn darf durch derartige Fragen nicht verletzt werden. Bei bestehenden Dienstverhältnissen kommt es immer noch zu Diskriminierungen und Mobbing, die auch zu Kündigungen führen können. "Die Gründe für Vorurteile sind immer mangelndes Wissen über Übertragungswege und damit verbundene Ängste. Diese Vorurteile gilt es durch verstärkte Information und Aufklärung abzubauen", sagt die Gesundheitssprecherin der Grünen, Eva Mückstein, und weiter: "Ich fordere daher eine nationale Arbeitsplatzkampagne für die Solidarität mit Personen, die mit HIV leben."

Befragt man Betroffene nach ihren Wünschen am Arbeitsplatz, so steht an erster Stelle ein selbstverständlicher, offener und vorurteilsfreier Umgang mit ihrer HIV-Infektion. Sie wünschen sich ein Klima und eine Haltung, die es ermöglichen, KollegInnen gegenüber nicht schweigen zu müssen. Sie wünschen sich einen ganz normalen Arbeitsalltag. Auch im Gesundheitssystem werden Menschen mit einer HIV-Infektion diskriminiert. "Erst kürzlich hat die Aids-Hilfe Kärnten darüber berichtet, dass es nur einen einzigen Zahnarzt in Kärnten gibt, der HIV-positive PatientInnen behandelt, auch in den anderen Bundesländern ist die Situation nicht viel anders", erläutert Mückstein. "Dieser Zustand ist unhaltbar, hier muss mit Aufklärungsarbeit gegen die Vorurteile der ÄrztInnen angekämpft werden". Die Angst vor den sozialen Folgen einer HIV-positiven Diagnose ist ein Grund, warum viele Menschen nach einem Risikoverhalten nicht zum HIV-Test gehen. Früherkennung ist jedoch für eine normal hohe Lebenserwartung wichtig. Auch deshalb ist es dringend notwendig, gegen Diskriminierungen und Vorurteile anzukämpfen.

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/100/aom

apa.at

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