zur Navigation zum Inhalt
 
APA-Artikel 28. November 2014

Spitalverbund-Verwaltungsrat zahlt Sitzungsgelder teilweise zurück

Der Verwaltungsrat des Spitalverbunds Appenzell Ausserrhoden (SVAR) zahlt einen Teil seiner Sitzungsgelder und Spesen aus den Jahren 2012 und 2013 zurück, total rund 60'000 Franken. Die Höhe dieser Bezüge hatte bei Politikern und in der Öffentlichkeit Empörung erregt.

Frau Landammann Marianne Koller, Gesundheitsdirektor Matthias Weishaupt und die Vizepräsidentin des Spitalverbund-Verwaltungsrats, alt Bundesrätin Ruth Metzler, informierten am Freitag über die Vorkommnisse. Die Rückzahlungen seien freiwillig, erklärten sie.

Der Verzicht auf einen Teil der Honorare und Spesen sei "ein wichtiges Zeichen", sagte Koller. In den nächsten Monaten würden die Ereignisse und die Situation analysiert. Der Präsident des SVAR-Verwaltungsrats, Thomas Kehl, hatte vor einer Woche seinen Rücktritt erklärt. Am Freitag wurde bekannt, dass auch Marie-Theres Hofmann aus dem VR zurücktritt.

Den Vorsitz im Gremium übernimmt interimistisch Ruth Metzler. Die Arbeit des Verwaltungsrats werde auf die verbleibenden fünf Mitglieder aufgeteilt, sagte Metzler. Die Sache gehe ihr und den andern VR-Mitglidern recht nahe. "Wir alle haben Fehler gemacht", sagte Metzler.

Marianne Koller zeigte sich nach einer Aussprache mit dem Verwaltungsrat überzeugt, dass jetzt wieder die nötige Stabilität und das Vertrauen da seien. Es sei wichtig, dass der Verwaltungsrat bereit sei, weiterhin die Verantwortung für die Führung des SVAR zu tragen.

Beim Start des verselbständigten Spitalverbunds Appenzell Ausserrhoden hatte die Regierung mit Entschädigungen an den Verwaltungsrat von jährlich 235'000 Franken gerechnet. Im Jahr 2012 waren es dann jedoch 660'000 Franken, da weit mehr Arbeit als erwartet anfiel. Statt wie geplant 90 waren 390 Sitzungen nötig.

Der Verwaltungsrat rechtfertigte dies damit, er habe wegen Defiziten in der operativen Führung und wegen einer Reihe von Abgängen selber operativ tätig werden müssen. Zum Teil verrechneten Verwaltungsratsmitglieder bis zu drei Sitzungen zu 1000 Franken an einem Tag.

Die Höhe der Honorare erregte bei Politikern und in der Öffentlichkeit grossen Ärger. Die Regierung erliess darauf eine Verordnung, in der sie die Bezüge des Verwaltungsrats auf maximal 1000 Franken pro Tag beschränkte.

apa.at

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben