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APA-Artikel 21. November 2014

Hausärzte - Viel Kritik an ÖVP-Vorstoß

Für wenig Begeisterung bei den anderen Parlamentsfraktionen hat am Freitag der ÖVP-Vorstoß zur Stärkung der Hausärzte gesorgt. Inhaltliche Übereinstimmung gab es nur von der FPÖ. Diese hielt der Volkspartei allerdings vor, den derzeitigen "Murks" selbst mitgetragen zu haben.

SPÖ-Gesundheitssprecher Erwin Spindelberger meinte in einer Aussendung, sich nur auf den Erhalt des Hausarztes zu versteifen, zeige, dass die ÖVP die Zeichen der Zeit nicht erkannt habe. "Wir wollen ein professionelles Team rund um die Patientinnen und Patienten aufbauen, in dem natürlich auch der Hausarzt eine Rolle spielt - aber nicht als universelles 'Allheilmittel'."

Für die Grünen betonte Eva Mückstein, dass in der Primärversorgung eine Zusammenarbeit mehrerer Gesundheitsberufe auf Augenhöhe wichtig sei. "Als Voraussetzung für die Kooperation müssen auch die anderen Gesundheitsberufe einen Kassenvertrag bekommen." Das Vorgehen von ÖVP-Gesundheitssprecher Erwin Rasinger bezeichnete sie als heuchlerisch, schließlich sei die ÖVP als Regierungsfraktion mitverantwortlich für den Hausärztemangel.

Kritik übten auch die NEOS. Die ÖVP nehme die Gesundheitsreform mit den geplanten multidisziplinären Strukturen in der Primärversorgung nicht ernst. "Sie versucht erneut, einen Keil zwischen die Gesundheitsberufe zu treiben und blendet dabei jegliche wissenschaftliche Erkenntnisse der letzten 50 Jahre aus", so Gesundheitssprecher Gerald Loacker.

FPÖ-Gesundheitssprecherin Dagmar Belakowitsch-Jenewein gab Rasinger dagegen inhaltlich recht, denn der Hausarzt sei wichtig und bilde das Rückgrat der medizinischen Versorgung. Es seien allerdings ÖVP und SPÖ, die "eifrig daran arbeiten, dieses Rückgrat zu brechen", meinte sie. Rasingers Besorgnis um die Hausärzte falle daher eher in die "Haltet den Dieb"-Kategorie.

apa.at

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