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APA-Artikel 21. November 2014

Spitalsärzte - Kärntner Mediziner lehnten Lohnvorschlag des Landes ab

Die Kärntner Spitalsärzte haben am Freitag in Betriebsversammlungen in den Krankenhäusern des Landeskrankenanstalten-Trägers Kabeg einen Gehaltsvorschlag des Landes Kärnten abgelehnt. Der Entwurf hatte vorgesehen, dass die Ärzte ab Jänner 2015 um 15 Prozent höhere Grundgehälter erhalten hätten, eine zuvor angedachte Verteilung der Erhöhung auf mehrere Jahre wäre entfallen.

"Der Vorschlag ist mit überwiegender Mehrheit abgelehnt worden", sagte Kabeg-Zentralbetriebsratschef Arnold Auer auf Anfrage der APA. Mit der Entscheidung der Ärzte hat er keine rechte Freude. "Ich sehe keinen Verhandlungsspielraum mehr, es ist schade, dass die Tür zugeschlagen wurde, über Eskalationen bin ich nie glücklich", meinte Auer. Nun würden die Ärzte vermutlich ihre Ankündigung wahr machen und am 1. Jänner - ohne Übergangsfrist - wie im Gesetz vorgesehen nur mehr 48 Stunden arbeiten.

"Auf dieses Szenario sind wir vorbereitet", sagte Kabeg-Vorstand Arnold Gabriel zur APA. Es gebe bereits Überlegungen, wie die 48 Stunden Arbeitszeit sofort umzusetzen wären. Was die Versorgung von Notfällen betrifft, würde sich sicher nichts ändern. "In einzelnen Abteilungen wird man sich aber überlegen müssen, was die Kernleistungen sind", erklärte Gabriel. Noch am Freitag will er Gespräche mit den ärztlichen Leitern der Kabeg-Krankenhäuser führen. "Vor allem die Primar-Ärzte sind jetzt gefordert, sie haben jene Maßnahmen zu setzten, um die Leistungen an ihren Abteilungen aufrecht zu erhalten", sagte der Vorstand.

Um die Reduzierung der Arbeitszeit auszugleichen, werden auch neue Ärzte aufgenommen. "Für die Ausschreibung auf der Neurochirurgie haben wir etwa 14 Bewerber", sagte Gabriel. Da nun eine Notsituation eingetreten sei, kann sich Gabriel auch vorstellen, Personal ohne Ausschreibung zu rekrutieren. "Wir werden da und dort von dieser Möglichkeit, natürlich im rechtlichen Rahmen, Gebrauch machen", kündigte der Kabeg-Vorstand an.

Wegen einer gesetzlichen Verkürzung der maximalen Wochenarbeitszeit von Ärzten auf 48 Stunden fürchten die Spitalsärzte massive Einkommenseinbußen, weil die Grundgehälter bisher vergleichsweise niedrig waren und ein großer Anteil des Geldes mit Überstunden und Zulangen verdient wurde. Die Kärntner Spitalsärzte fordern deshalb eine Erhöhung der Grundgehälter um 30 Prozent. Bereits vor einer Woche beteiligten sich 500 Ärzte an einer Demonstration in Klagenfurt.

Kaiser: "Weitere Nachbesserung nicht möglich"

Kaiser hat am Freitag enttäuscht auf die Ablehnung des Gehaltsvorschlags des Landes durch die Kärntner Spitalsärzte reagiert. "Das Angebot einer 15-prozentigen Erhöhung des Grundgehaltes bleibt weiterhin aufrecht, weitere Nachbesserungen sind jedoch definitiv nicht mehr möglich", sagte Kaiser in einer Aussendung. Kritik an ihm hagelte es von FPÖ und Team Stronach.

Die Kabeg-Aufsichtsratsvorsitzende Michaela Moritz sei nun aufgefordert worden, eine Sonderaufsichtsratssitzung einzuberufen, um alle Aufsichtsratsmitglieder entsprechend über die weitere Vorgehensweise des Kabeg-Managements zu informieren, so Kaiser.

Der Klubobmann der FPÖ, Christian Leyroutz, forderte Kaiser indes auf, einen parteiübergreifenden "Ärztegipfel" mit den Klubobmännern des Landtages einzuberufen. "Jetzt sind alle gefordert, denn die handelnden Personen treten derzeit auf der Stelle und wir brauchen eine Lösung", so Leyroutz. Von einer "vernichtenden Niederlage" für Kaiser sprach Landesrat Gerhard Köfer (Team Stronach) und forderte eine "Ärzte-Konklave bis weißer Rauch aufsteigt".

apa.at

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