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APA-Artikel 21. November 2014

ÖVP-Parlamentsklub macht sich für Hausärzte stark

Wenig beeindruckt vom kürzlich beschlossenen Konzept der ambulanten Primärversorgung im Gesundheitswesen macht sich der ÖVP-Parlamentsklub für die Anliegen der Hausärzte stark. Gesundheitssprecher Erwin Rasinger, selbst Allgemeinmediziner, verlangte am Freitag einen Hausarzt in jeder Gemeinde Österreich. Begleitend forderte er eine bessere Bezahlung und Ausbildung sowie flexiblere Kassenverträge.

In einer Pressekonferenz erhielt Rasinger dabei Unterstützung von ÖVP-Klubobmann Reinhold Lopatka. Rund 80 Prozent aller Gesundheitsprobleme seien durch den praktischen Arzt lösbar, meinte dieser, und das auch noch kostenschonend. Das Gesundheitssystem Österreichs koste jährlich 33 Mrd. Euro, aber nur eine davon entfalle auf Gebietskrankenkassenverträge mit Allgemeinmedizinern. Außerdem entspreche die Grundversorgung durch den Hausarzt dem erklärten Wunsch der Bevölkerung, verwies Lopatka auf eine kürzlich von der Ärztekammer präsentierte Umfrage.

In jeder der rund 2.300 Gemeinden Österreichs wieder einen Hausarzt zu installieren, sei finanziell "locker drin", meinte Rasinger in Richtung der Krankenversicherungen. Zusätzlich müsse alles getan werden, um vorausschauend einen drohenden Hausärztemangel hintanzuhalten. Weil in Deutschland und der Schweiz zu wenig Ärzte ausgebildet würden, entstehe nämlich - bedingt durch die bessere Bezahlung - ein enormer Sog dorthin.

Der ÖVP-Gesundheitssprecher wünscht sich als Gegenmaßnahme flexiblere (etwa teilbare) Kassenverträge, weniger Bürokratie, die Angleichung der Bezahlung an die Fachärzte und den Erhalt der Hausapotheken. Auch die kürzlich beschlossene Reform der Ärzteausbildung hob er hervor. Als wichtigen Schritt nannte er die verpflichtende Lehrpraxis. Für die Finanzierung sei man in guten Gesprächen zwischen Krankenkassen, Ländern und dem Bund.

apa.at

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